Naturtherapie – Auszeitklang

www.wertdernatur.deWorum geht es eigentlich in der Naturtherapie? Es geht um das Finden unserer Wurzeln, um körperlich-emotionale Entspannung, um ein Entdecken dessen, was wir gar nicht gesucht haben, weil wir nicht mehr wissen, was uns eigentlich fehlt.

www.wertdernatur.de Uns fehlt heutzutage so viel, weil wir meinen, alles zu brauchen. Aus diesem Gefühl heraus entstand diese Karte.

Und dann stehst du mitten im Wald und nimmst auf einmal die Stille wieder wahr und empfindest eine tiefe Zufriedenheit – ohne etwas zu tun. Schon das allein ist eine sehr heilsame Erfahrung. Natürlich kann man das selbst erleben.

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Manchmal brauchst du Mut.

Es soll nur auch Menschen geben, die schon so lange in ihrem Hamsterrad unterwegs waren, sich mit anderen verglichen haben und nicht genügen konnten, dass sie gar nicht mehr wissen, wer sie sind und wo sie anfangen sollen, nach sich zu suchen. Da kann eine Begleitung in Form von Naturtherapie, die ich als Auszeit bei Auszeitklang in Radebeul anbiete, helfen, sich wieder mit der heilsam durchgrünten Natur und auch mit der eigenen Natur anzufreunden. Es gibt Studien, die belegen, dass schon das Einatmen der Waldluft dafür sorgt, dass dein Körper mit dem Bilden von Abwehrkräften beginnt. Wie lange hast du eigentlich schon nicht mehr gefragt, was dein Körper gerade braucht?

Durch unsere digitale Welt hat eine Entfremdung von der Natur stattgefunden. Es geht dabei nicht um die Erfüllung unserer Vorstellungen – und zwar sofort (Bedürfnisbefriedigung, Belohnungsprinzip), sondern um ein Einlassen auf die Gegebenheiten und ein Umgang damit zu lernen. Es geht um ein Beobachten, nicht um Kontrolle, ein „sich beschenken lassen“, nicht um ein Herrschen.

Den meisten Menschen fehlt in der heutigen Zeit eine innere Fülle. Sobald es still wird, entsteht ein inneres Vakuum, welches sofort wieder mit irgendetwas gefüllt werden muss. In der Natur kann man neu lernen, sich inspirieren zu lassen und etwas von innen heraus zu tun. Diese Selbsterfahrung ist enorm wertvoll und bringt in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung voran.

Wer mich sucht,

ich bin im Wald,

schiebe Frust

und zwar geballt.

Dort verwandelt sich Wut in Kunst,

denn vom Ärger hat grün keinen Dunst.

Hilflosigkeit wandelt sich in Zuversicht,

weil sich in ihr Verständnis bricht.

Schmerz heilt dort in Etappen

und wird sich die Verdrängung schnappen.

Ich komme heraus,

ein Stück reifer,

voll neuem Eifer

freu mich auf Zuhaus.

In Erinnerung bleibt

ein wilder Blumenstrauß

und bunter Gedankenschmaus,

der allen Ärger überschreibt.

(aus meinem Buch „Auszeit“)

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Der Waldboden ist etwas besonderes. Er ist dabei behilflich, dass wir uns wieder erden können und Wert auf einen festen Stand legen. Wir sehen, dass Pflanzen, die dem Wind ausgesetzt sind, viel stärker sind als die überbehüteten Artgenossen und entdecken das Thema Resilienz. Wir schauen, wie sich das winzig kleine Moos liebevoll wie eine schützende Decke über dem nackten Boden ausbreitet, ihn schützt und Schadstoffe wegfiltert und befassen uns mit dem Thema Selbstfürsorge. Wir entdecken Baumnarben, die zeigen, dass der Baum empfindet und gelitten hat, aber daran nicht zerbrochen, sondern gewachsen ist. Im Wahrnehmen der Details der Natur versöhnen wir uns vielleicht mit der eigenen Sensibilität, die im Alltag und vom Umfeld als störend empfunden wird. Der Wind entfacht in dir eine innere Weite und deine Augen lernen wieder zu staunen, wie ein Kind.

Ein guter Nebeneffekt ist, dass du mehr Achtung vor der Natur bekommst, sorgsam mit ihr umgehen wirst und das vielleicht auch vermehrt deinen Kindern näherbringst. Denn das ist genauso wichtig für die nächste Generation wie deine persönliche Entwicklung, die sie auch prägen wird. Das spannende ist, dass auch positive Erfahrungen wiederholt werden müssen, um alte Muster zu durchbrechen und schlechte Erfahrungen zu überschreiben. Auch dafür kann die Begleitung eines Therapeuten sinnvoll sein, damit der Prozeß in Gang bleibt und man jemanden hat, dem man „Rechenschaft“ abgibt und der motiviert, erinnert und sich mit freut. Gute Erfahrungen müssen vertieft werden, damit sie im Alltag einen Platz finden.

Egal, wie beladen du in den Wald hineingehst, da geschieht etwas, was dich stärker wieder heraustreten läßt. Ich habe noch viele Ideen für gute Erfahrungen mit dieser schöpferischen Quelle. Findest du Zeit in deinem Alltag für eine Stärkung? Termine findest du auf www.auszeitklang.de

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Frühling mit Blumensprache

Ich liebe den Frühling. Deshalb habe ich entschieden, dass ich mich mal vermehrt um die Schönheit der Blüten kümmere, anstatt herauszufinden, ob sie essbar sind. Wenn beides zusammenkommt, ist es natürlich wunderbar, aber Pflanzen sind mehr als Nahrung. Sie sprechen ihre eigene Sprache. Sie erfreuen das Herz und wir können so viel von ihnen lernen.

www.wertdernatur.de Nehmen wir zum Beispiel die Vogelmiere. Sie ist lecker und gesund, aber keiner ahnt, wie groß ihr Herz ist. Und da sie so klein ist, dass wir sie gar nicht betrachten können beim Essen, habe ich eine neue Kartenkollektion entworfen. Damit ihre Schönheit endlich einmal gewürdigt wird. Das ist das Problem. Wir wissen so vieles nicht, ja ahnen es nicht einmal, aber meinen, wir würden das Leben verstehen. Und diese Schönheit ist ja nur ein Bruchteil dessen, was der Schöpfer geschaffen hat. Wer Er ist, ahnen wir noch weniger.

Oder wenn wir uns das Stiefmütterchen mal näher anschauen. Es ist so unscheinbar, ich bin selbst meist vorbeigelaufen. Dann habe ich es gegessen und als ich es einmal näher betrachtet habe, war ich völlig aus dem Häuschen. Es ist unglaublich bunt und von filigraner Einzigartigkeit. Es steht für Erinnerung. Viele Pflanzen hatten früher eine Bedeutung. Es ging so weit, dass man sich die Worte sparte und die entsprechende Blume schenkte, wenn man etwas mitzuteilen hatte – durch die Blume sozusagen 🙂

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Weiter geht es mit der Kuhschelle. Sie hat wahrlich einen anderen Namen verdient. Sie ist nicht essbar und verblüht recht schnell. Aber wenn sie blüht, ist sie ein zartkklingender Sonnenstrahl, bei dem einem warm ums Herz wird. Diese Neubewertung von Erinnerungen macht auch bei uns Menschen Sinn, aber das gehört eher in die Seelsorge und Lebensberatung (Auszeitklang).

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www.wertdernatur.deUnd das Gänseblümchen? Überall wächst es, es wird überhaupt nicht mehr wahrgenommen, doch was wäre ein Frühling ohne diese leckere kleine Blüte?

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Das ist die Zinnie. Sie hat es auf das Titelblatt meines Buches „Selbstfürsorge“ geschafft. Sie hat ein so kreatives Innenleben, sieht aus, als hätte sie sich geschmückt und steht für Loyalität – ein echter Freund. Ich könnte so weitermachen, werde ich, aber das wird ein Jahresprojekt, vielleicht auch eher ein Lebensprojekt. Ich kann mir das nicht alles merken, aber mich begeistern diese Details.

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Es gibt so vieles, was meine Augen noch nicht gesehen haben und meine Ohren noch nicht hörten. Dies ist das Kapkörbchen aus der Nähe.

All diese Karten und noch mehr findest du in meiner neuen Postkartenkollektion „Nähe macht den Unterschied“ – schau gern mal in meinem Shop oder in meiner Praxis in Radebeul im Schriftstellerlädchen vorbei und erfreue dich oder beschenke Menschen mit diesen oft unsichtbaren Schönheiten aus der Natur.

Denn natürlich geht es mir neben den Pflanzen auch um die Menschen – damit ihre Herzen weich werden und sie Freundlichkeit in die Umgebung strahlen. Das brauchen wir in dieser seltsamen Zeit.

Und wahrscheinlich wirst du in nächster Zeit bei der einen oder anderen Pflanze doch genauer hinschauen :-). Viel Freude dabei.

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Du möchtest mehr über einige Pflanzen wissen? Schau auf der Hauptseite nach.

wurzelnde Reife und gebendes Loslassen

www.wertdernatur.deWas bewegt dich, wenn du diese Worte liest? Angst? Sorge vor der Anstrengung? Schmerz? Oder etwas ganz anderes? Wie gern würde ich mit dir darüber ins Gespräch kommen.

Auf dieser Seite findest du viel für die Augen – Fotoshootings mit Pflanzen, für die Ohren ein paar Videos, den Geschmack und Geruch der Pflanzen kannst du dir nur vorstellen oder selbst ausprobieren, ich habe ihn mit Worten umschrieben. Vielleicht wird es spürbar, wie wertvoll die Natur ist.

Es ist meine Erfahrung der letzten Jahre. Es braucht gute Wurzeln, um zu reifen und Resilienz aufzubauen, um durchs Leben zu kommen. Und erst, wenn wir gelernt haben loszulassen, können wir wirklich geben. Dann gehört uns die ganze Welt. Die Sache ist, dass keiner vorher weiß, wie das eigene Leben aussehen könnte, wenn man genau das lebt.

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Wir wissen nicht, was uns erwartet, wenn wir lieb gewonnenes, Vertrautes loslassen, Veränderung zulassen, wenn wir uns weiterbewegen…

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…und erlauben, dass Gott uns zeigt, wie erfüllt unser Leben sein kann, wenn wir leben, was Er sich für jeden Einzelnen gedacht hat.

Das möchte ich hier gern vermitteln. Diese Seite WertderNatur spiegelt meine Reise des Lernens wider, die Dinge zuzulassen, die außerhalb meiner Kontrolle liegen.

Etwas ausprobieren, Fehler zulassen – bei meinen Experimenten ist viel schief gegangen und ich habe mich geärgert über Zeit- und Ressourcenverschwendung, aber ich lernte, nicht gleich aufzugeben. So wurde jeder Fehler zu einer Erfahrung, die ich nicht missen möchte, weil sie mein Denken und Fühlen und meine Sichtweise aufs Leben geprägt hat. Jetzt liebe ich Veränderungen und freue mich so an Gottes tagtäglichen Überraschungen. Das möchte ich gern mit dir teilen:

Probier dich aus, entdecke, was man von der Natur lernen kann. Hör auf zu konsumieren und werde aktiv, übernimm Verantwortung für dein Leben und staune über die Freiheit, die sich darin auftut. Wenn du hinfällst, steh wieder auf und gehe weiter. Bleibe nicht frustriert liegen, sondern setze, vielleicht vorsichtig, den nächsten kleinen Schritt – immer vorwärts in Gottes liebevolle Arme. Gott traut dir viel zu, okay manchmal nimmt er dich an die Hand, wenn Gefahr droht, aber sonst darfst du laufen, staunen und Erfahrungen machen. Ich wünsche dir viel Freude an den Erfahrungen auf deiner Reise, schreibe mir gern, wenn du Fragen oder Anregungen hast.

…nachreifen

Schon manchesmal bin ich Menschen begegnet,

deren Lebensweg schien nicht geebnet.

Viel Schweres schleppten sie mit sich herum,

all das machte sie nach und nach stumm.

Sie trauten sich selbst kaum noch etwas zu

und hatten am liebsten ihre Ruh.

Ich versuchte es mit Wertschätzung und Verständnis

und machte so manches Zugeständnis.

Ich sah sie dankbar nach der Hand greifen

und entdeckte in kleinen Schritten ihr „nachreifen“.

Ein seltsames Wort, das versteht sicher nur,

wer sich Zeit nimmt ohne den Blick zur Uhr.

Denn nicht jedem wurde es geschenkt,

dass er von reifen Eltern ins Leben ward gelenkt.

Vielen fehlt ein gutes Vorbild und Bindung

und keiner half bei der eigenen Persönlichkeitsfindung.

Dann braucht es eben später dieses Wohlwollen,

wenn auch nur punktuell in Nebenrollen,

kann jeder lernen, nachzureifen,

um über sich hinaus zu wachsen und nach den Sternen zu greifen.

Die einzige Voraussetzung dafür ist,

dass du selbst es möchtest und barmherzig mit dir bist.

Denn an Gelegenheiten gibt es viel

für den, der bereit ist für ein neues Ziel:

umherstreifende Veränderungen ergreifen,

sich nicht auf das bisher versteifen,

sondern alte Ängste nach und nach abstreifen,

auf zu viele Meinungen von außen pfeifen und

immer mal in die Stille des eigenen Innenlebens abschweifen.

Sich selbst ganz neu begreifen

und sich hingeben, um die harten Kanten des eigenen Herzens abzuschleifen.

…nachreifen.

(aus meinem Buch Selbstfürsorge)

die Natur ruht

Es war etwas still in letzter Zeit – die Natur ruht ja auch. Nur uns Menschen ist nicht klar, wie sehr wir das von Zeit zu Zeit benötigen. Wie schön es draussen ist, wenn still kleine Flocken fallen und man ihnen beim schmelzen zusehen kann. Wie man dabei innerlich zur Ruhe kommen kann versteht nur, wer es einmal ausprobiert hat. Da wird jede kleine Flocke auf einmal zum Freund mit einer eigenen Geschichte:

www.wertdernatur.deDiese zum Beispiel: Zu ihr hatte ich einen besonderen Draht. Lange hielt sie meinem Mikroskop stand und ich durfte sie betrachten. Doch das Licht deckte all die Verletzlichkeit in ihr auf – Nähe macht eben den Unterschied. So schmolz sie dahin und lehrte mich so einiges. Wenn wir uns nicht die Mühe machen, uns wirklich auf Menschen einzulassen, werden wir sie nicht in ihrer ganzen Schönheit wahrnehmen. Wo Nähe ist, wird es zuweilen schmerzhaft. Da wir Menschen eben so unterschiedlich sind und einander oft nicht erkennen. Aber wann immer wir uns darauf einlassen, wird es Inspiration und Veränderung geben – lauter kleine Neuanfänge. Und wann immer wir einmal wieder zerfliessen, wird Einer uns auffangen, wenn wir uns an Ihn wenden – unseren Schöpfer. Der, der sich den Wechsel aus Wasser und Eis ausgedacht hat.

Ja, dieser Spaziergang war es wert. Auch das Befassen mit der kleinen Flocke. Es war keine verschwendete Zeit, es brachte inneren Frieden und Gelassenheit. Das wünsche ich auch dir.

Schnee-weises Reden

Ich sollte ihn schließen, meinen Mund,

das ist wahrscheinlich höchst gesund.

.

Zumindest für meine Umgebung

wäre das wie Wiederbelebung.

.

Meine Motivation ist immer Freundlichkeit,

doch war ich scheinbar nicht gescheit.

.

Habe all das Leid nur heraufgespült,

weiß nun nicht, wie der Andere sich fühlt.

.

Ich möchte niemals Schmerz zufügen,

des anderen Seele nicht betrüben.

.

Zwar ist eigene Ehrlichkeit gut,

entfacht jedoch vielleicht nur Wut?

Ich sollte es lassen und schweigen

und mein Empfinden weniger zeigen.

.

Dann wühle ich nichts Schweres auf,

Herzen gehen dabei nicht drauf.

.

Im Herbst tut es noch viel mehr weh,

woher bekomme ich weichen Schnee?

.

Der all das dunkle Leid überdeckt,

so manchen Schmerz erneut versteckt?

.

Erst im Frühling, wenn alles blüht

und dabei das Herz erglüht

.

wird alles wieder leichter sein

so hülle ich mein Reden ein

.

in Schneeflocken, so sacht und fein

Wunden kühlend, wohlwollend rein

.

oder ich werde einfach schweigen,

im Loslassen der Tränen Mitgefühl zeigen.

Möchtest du immer mal ein paar persönliche Gedanken dieser Art zugesandt bekommen? Ich bin es ein wenig leid, die Sachen nur in die Weiten des Internet zu schicken. Ich schreibe lieber mit der Hand auf echtes Papier. Das ist mehr fürs Auge, die Hände und das Herz. Melde dich doch für meinen Auszeit-Überraschungsbrief an. Damit unterstützt du gleichzeitig meine Arbeit, die gerade aufgrund von Corona nicht so ist wie geplant. Vielen Dank.

 

Schau mal…

…ob und wie sich dein Blickwinkel auf das Jahr 2020 verändert.

Manchmal ganz klar

und zuweilen verschwommen

wirst du Freude am Erforschen deines Weges bekommen.

Bei Spaziergang im Wald kam mir sponan eine Idee, die ich aufgenommen habe. Stör dich nicht an der Unprofessionalität, nimm das Gefühl wahr und lass dich mitnehmen…

Jetzt, fast 1,5 Jahre später kann ich sagen, dass dieser Waldspaziergang der Anfang war. Es war ein schwerer Schritt, aber es braucht eine Vision und einen Anfang. Oft sieht man erst im Rückblick, wozu viele Erfahrungen wichtig waren. Jedenfalls gäbe es viele Mikroskop-Fotos und Naturgedichte nicht ohne diesen Anfang.

Was wolltest du schon immer einmal beginnen? Heute ist genau der richtige Zeitpunkt dafür :-).

Weihnachtswunder

Komm, ich nehme dich kurz mit in meine wunderbare Weihnachtswelt. Ich erzähle dir einfach von meinem etwas anderen Dezember und Weihnachtswunder. Vielleicht bist du ja auch bereit für dein Weihnachtswunder? Gott hält so viel für uns bereit. Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, ob du das Gefühl hast, wirklich in deinem Leben angekommen zu sein? Weißt du, wer du bist? Wenn ja, freue ich mich für dich. Ich habe bisher irgendwas gelebt, aber erst jetzt fühlt es sich nach meinem Leben an – vorher habe ich mich angepaßt, habe Erwartungen erfüllt, wußte nicht, was ich eigentlich wollte, habe eben nach Regeln funktioniert, die andere aufgestellt haben. Das geht auch eine Weile gut, aber irgendwann fragt man sich tatsächlich, warum man eigentlich hier auf dieser Erde lebt und wer man ist?

Da sind so viele Details, mit denen man sich auseinandersetzen kann. Auch unser kleiner Weihnachtsbaum sieht aus verschiedenen Blickwinkeln sehr unterschiedlich aus:

Weihnachtswunder auf www.wertdernatur.de

Weihnachtswunder auf www.wertdernatur.de

Mein Weihnachtswunder ist nun folgendes: Im Frühjahr bat ich Gott um 2 Monate Auszeit. Im November wurde mein Gebet erhört und für Dezember bekam ich eine Mutter-Kind-Kur genehmigt. Ich freute mich unbändig. Ich wollte schön allein Zeit haben und in Ruhe einiges aufarbeiten und ein paar Touren machen. Aber zu hohe Erwartungen sind nicht so gesund und eigentlich liebe ich Überraschungen: so wurden beide Kids nacheinander krank und wir verbrachten stolze 10 Tage in Quarantäne. Zwischendurch fiel ich in den Schlamm in die Nordsee (nein, keine Moorpackung! das hätte ja noch einen entspannenden Effekt gehabt) und verstauchte mir die Hand – zum Glück die linke. Blieb also nicht so viel Zeit für mich allein und für Therapien. Weihnachtswunder Zeorb auf www.wertdernatur.deAber jammern liegt mir nicht. Ich konnte schreiben, welch ein Glück, und jeder Umstand, jede Begegnung, jedes Gespräch war eine Anregung, weil ich sie sehr intensiv wahrnahm. Und auf einmal kamen Ideen und mein Inneres spudelte wie ein Brunnen. Aufs Neue lernte ich, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden und ich so spontan wie das Wetter hier reagieren kann und dadurch mich selbst entdecke. Ich sah Gottes Güte in so vielen Kleinigkeiten: wir bekamen das stillste Zimmer mit Blick auf eine Trauerweide, ich hatte einige wertvolle Begegnungen und Gespräche genau zur richtigen Zeit, ich lernte meine Kinder nochmal ganz neu kennen, denn durch die Krankheit hatten wir Zeit füreinander, die Landschaft war so inspirierend, die Weite sprühte förmlich vor Freiheit. Wir erlebten echte Naturgewalten (Wind mit 100 kmh ist schon ne Wucht) und durchs Watt zu gehen ist unendlich entschleunigend. Und am Ende konnte ich immerhin noch 3 Touren in die kleinen schönen Städchen machen. Und na klar, für den einen ist das alles eben Zufall. Ich aber mag es, zu sehen, was Gott sich alles ausdenkt und mir zufallen läßt und fühle mich reich beschenkt.

Somit war es für mich eine völlig neue Vorweihnachtszeiterfahrung. Ich habe es genossen und werde diese Ruhe wohl mit in die nächsten Jahre integrieren. Ich mache dir Mut, gerade in diesem Dezembermonat etwas neues zu probieren und vielleicht Menschen einfach Zeit zu schenken.

Jedenfalls hat diese Zeit bewirkt, dass ich so einiges über mich lernen konnte. Falls dich irgendetwas ärgert, was ich hier schreibe, ist das ok. Mir wurde immer mal nachgesagt, dass ich Menschen zu sehr herausfordere. Ich gebe zu, es fällt mir nicht so leicht, diesen Artikel hier zu schreiben. Er ist sehr ehrlich. Aber ich habe nun entdeckt, warum ich das tun muss: weil ich endlich ich selbst bin und da eckt man manchmal an. Und im An-ecken wird man stärker und lernt, evtl. lernen die Anderen auch etwas. Ich versuchte lange Jahre, das zu vermeiden, um die anderen Menschen nicht zu stören. Ich habe mich angepaßt, um ihnen etwas Gutes zu tun. Aber damit hilft man niemandem, im Gegenteil, man macht sich selbst kaputt. Wenn die Anderen sich an irgendeinem Umstand stören, ist es ihr eigenes Thema. Ob sie sich damit befassen oder den Kontakt vermeiden, ist ihre Sache. Vielleicht ist dir das ja schon lange klar. Ich habe es nicht gecheckt, erst jetzt und ich bin dankbar für diese Klarheit und die Erfahrungen. Und so läuft das eben im Leben mit dem Lernen. Ab und zu geht jedem mal ein Kronleuchter auf und dann kann man es in den Alltag integrieren und immerhin bin ich ja noch nicht 100 und kann es noch ein paar Jahre anwenden. Es ist also nie zu spät, sich auf die Reise zu sich selbst zu machen und im eingenen Leben anzukommen.

Wozu so eine Reise gut ist – losfahren in die Weite, aussteigen, wo es schön ist und sich selbst finden…verrückt. Und es fühlt sich sehr gut an.

Diese Freiheit wünsche ich dir für das Weihnachtsfest – im Umgang mit der Familie, den Ansprüchen nach Harmonie, den Freunden, den Vorbereitungen – lebe, was dir wichtig ist, sei du selbst, weil Gott auch für dich ein Weihnachtswunder hat und ärger dich nicht, wenn nicht alles reibungslos läuft. Das ist wichtig für alle Beteiligten.

Hier kommen noch ein paar Worte zum Weihnachtsfest:

schlichte Türen

Hinter so manch schlichter Tür,

an die das Leben uns führt,

verbirgt sich eine wahre Pracht.

Sacht wurden meine Blicke auf eine Krippe gelenkt –

wer bitteschön begibt sich denn freiwillig in Gefangenschaft?

Jesus hat dieses krasse Wunder vollbracht, denn dass einer uns freimacht, hat uns allen Sinn gebracht..

Und wie oft geben wir nicht darauf acht?

Er hat sich hingegeben, damit wir unserem Wesen gemäß leben.

Das Sterben allein hätte echt keinen Sinn gemacht,

er ist auferstanden und möchte Beziehung zu uns pflegen.

In seiner Liebe hat er so viel für uns vorbereitet, wir aber glauben es nicht und nehmen uns keine Zeit, ihn danach zu fragen,

leben lieber mit Unbehagen und in Ängsten vor uns hin, hetzen und schaffen, mühen uns und raffen.

Auch ich war verzagt und hätte nie zu träumen gewagt, was für eine Lebensaufgabe Gott für mich hat.

Wer bin ich? auf www.wertdernatur.de mit Zeorb

Doch ich darf nun mein Wesen ausleben und endlich sehen und verstehen, wofür die Wüste gut war.

Klar, es beutelt mich momentan noch hin und her zwischen den Tränen der Vergangenheit

und purem Glücksgefühl der Gegenwart im Freudenmeer.

 

Und manchmal braucht es eben eine Auszeit,

Weihnachtswunder auf www.wertdernatur.de mit Zeorbdenn auch wenn es uns in den Händen kribbelt und wir es nicht erwarten können, irgendetwas zu starten

macht es Sinn, ihn zu fragen und geduldig und vergnügt auszuhalten, bis jedes Puzzleteil sich fügt,

weil Gottes Timing immer genügt.

Wie gern würde ich dir vermitteln, was ich erlebe,

doch meine Worte sind schwach.

Ach, probier es doch einfach selbst aus.

Frohe Weihnacht.

Zeit für Stille und mehr Meer kontra Effizienz

Zeit für Stille und mehr Meer, wir Menschen brauchen das so sehr,

weil dadurch unsere innere Welt entsteht und das Außen erst segensreich belebt.

Die Bäume ließen ihre Blätter los, vertrauend fielen sie in den weichen Erdenschoß.

Sonst lebendig wie des Meeres Flut, ist die Landschaft jetzt still und ruht.

Das äußerliche Getöse ist zuweilen bedeutungslos,

innerlich auf die Richtung besinnend vorerst bewegungslos,

zieht sich der Ozean von Zeit zu Zeit zurück und ruht, es braucht eben Ebbe und Flut.

Das Meer ließ seine Schätze an Land, weil es das Festhalten als töricht empfand.

So erfreuen sich unzählige Genießer daran

und ein gutes Werk ward durchs strömende Wellenspiel getan.

Was habe ich im Leben schon geschoben und gezogen,

Druck erlebt, mich erst widerwillig

dann automatisch funktional bewegt

und mit diesem Lebenskonzept mein Umfeld geprägt.

Neulich sagte jemand: Es muss gar nichts!

Hat mich extrem genervt, aber recht hatte sie

angesichts des Lebens-Antriebs-Gleichgewicht.

Durch Druck oder aus sich selbst heraus funktioniert man nur,

doch jeder überaus schön in seiner Art erdacht –

ist ein Augenschmaus,

wenn er sich auf seinen Schöpfer besinnt

und ihm hingebend des Lebens Übermaß gewinnt.

Jeder Schwung, der sich im Wellengang spiegelt,

aus innerer Pracht von Ideenreichtum besiegelt,

macht des Ozeans Herrlichkeit in Vielfalt sichtbar.

Keine dieser kleinen Wellen im Gewoge ist für ihn unverzichtbar.

Ach welch kläglicher Versuch,

meine Gedanken und mein Entzücken

am Spiel der Wellen im großen Ozean auszudrücken.

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Wir spüren erst, wie wertvoll Zeit ist, wenn wir ihr nicht hinterherjagen, sondern uns von ihr inspirieren lassen. Dann kommen die Ideen wie Seifenblasen, verrückt, spontan, wertschätzend, mit langer Erinnerung, weil sie verborgene Schätze ausgegraben haben oder einfach spontan zum Erfreuen da waren. Dann entdecken wir die Gaben in der Tiefe, die es auszuleben gilt. Uns packt die wilde Lebendigkeit, vorher dient alles nur der Optimierung von Zeit, um sie anderweitig  zweckmäßig zu nutzen. Was ist schon sinnvoll in der heutigen Zeit? Und warum? Was ist denn meine Motivation, bevor ich etwas starte?

Mir wird nachgesagt, ich würde gern Ratschläge von mir geben. Das ist mitnichten der Fall. Ich möchte nur meine Erfahrungen teilen und im Austausch sein. Vielleicht stößt es bei dem ein oder anderen etwas an. Alle Themen, die mich ärgern, haben auf irgendeine Weise mit mir selbst zu tun. Ich möchte jedoch niemandem mit meinen Äußerungen zu nahe treten, bitte glaubt mir das.

Es gibt für mich tatsächlich ein Hass-Wort des Jahres 2019: Effizienz. Das spontan gereimte Wort in diesem Zusammenhang nenne ich nicht, aber eins: es ist kontraproduktiv zur Kreativität, die nur entsteht, wenn man sich frei von Druck entfalten kann. Sind wir uns im Klaren, wieviel wir mit zu viel Effizienzbemühen opfern? Durch optimale Produktivität bekommen wir Funktionalität – keine wirklich menschliche Eigenschaft. Nur durch die Erfahrung, was im Loslassen, sich treiben lassen und Wahrnehmen entstehen kann, erahnen wir diesen wunderbaren Klang der Improvisation von Phantasie. Gott hat soviel in jeden von uns hineingelegt und wir nehmen uns nicht die Zeit, das zu entdecken. Manchmal muss man einfach mal etwas ausprobieren. Die Erfahrung wird uns in jedem Fall reicher machen, auch wenn wir versagen – auch das Scheitern lehrt uns eine Menge.

Versteht mich nicht falsch. Es gibt sicher Menschen, denen muss man sagen, dass sie schneller und effizienter werden müssen, weil sie den Blick nicht haben oder fehlende Eigenmotivation. Aber auch das können sie nur selbst entdecken, mit Druck erreicht man da eher wenig. Unsere Gesellschaft krankt daran, dass zu viele Menschen in doppelter Geschwindigkeit unterwegs sind und dann gesagt bekommen, dass sie noch effizienter werden müssen. Das ist, als würde man einem Hamster in seinem Laufrad sagen, er müsse noch schneller rennen, obwohl dieser in Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist. Irgendwann plumpst er aus dem Rad und fliegt quer durch den Käfig. Dann wird er sich erst mal vom Schmerz erholen und fragen, aus welchem Grund er je wieder einsteigen sollte. Von außen betrachtet ist so ein Hamsterrad nämlich völliger Irrsinn. Wenn man bedenkt, dass ein Hamster geschaffen wurde, um sich im Wald Vorräte zu suchen – also natürlich und frei unterwegs zu sein.

Es gibt immer nur den einen Weg: den Anderen stehen lassen. Auch wenn der jeweils andere Weg von außen nicht zu verstehen ist. Jeder hat seine Erfahrungen gemacht und jeder hat seine Gründe, warum er etwas tut. Falls er sich hinterfragt. Und wenn nicht, ist das von außen oder mit Nachdruck auch nicht zu ändern – das ist das größte Lernfeld.

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Zeitverschwendung oder genussvolle Zeitverwendung?

Wenn die Gedanken spontan durch meinen Kopf schießen,

wie Gräser anfangen zu sprießen,

dann muss ich loslaufen und schreibe den Satz auf,

der gerade wie ein Freund zur Tür hereinschaut.

Und dann bin ich in einer bunten fremdartigen Welt,

die es zu erforschen gilt.

Dabei sind Worte wie alte Vertraute,

gleich erkannt, neu entdeckt oder einfach nur Laute,

sicher nichts für jedermann,

aber dann und wann findet sich der eine oder andere wieder,

als Mitstreiter spinnt er die Gedanken weiter –

denn diese Perlen sind für ihn ein heiterer Genuß

und er spielt mit ihnen wie in einer Murmelbahn.

Für einen Zweiten ist das pure Zeitverschwendung und Kinderkram.

So ist das im Leben.

Nebeneinander unterwegs,

verstehen wir nicht jeden,

umgeben von Vielfalt,

anregend und inspirierend,

wägen wir ab,

was wir in welcher Zeit anstreben,

unser Herz hängt vor allem am Leben.

Wenn es einfach nicht passen will,

wird sich Neues ergeben.

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Heißt es nicht Weihnachts-Zeit? Kam Jesus nicht, um sich Zeit für Beziehung zu uns Menschen zu nehmen?() Eine frohe Vorweihnachts-Zeit wünsche ich allen.

jede Nacht Sternenregen

Sternschnuppenmusik ()

Man kann sich ärgern, wenn man nachts nicht schlafen kann, oder man kann die Zeit sinnvoll nutzen und wunderbares entdecken. Also nehme ich dich mit in die nächtliche Stille meines Sternschnuppenbettes in dem Wissen, dass nicht jeder diesen Zauber im Alltag erlebt. Leider kann ich dir die Sternschnuppen nicht zeigen, nur die Gedanken, die mich dabei bewegt haben, du darfst dich selbst auf den Weg machen, die Schönheit des Lebens zu entdecken:

Aber wir Menschen sind tagsüber so beschäftigt mit all der Hektik und es gibt so viel zu tun, wir finden keine Zeit zum Ruhen. Und um die heftigen Tage zu überstehen, um ja keinen Fehler zu begehen, funktionieren wir oder stillen unsere Begierden, und egal, wie oft wir unseren oder den Willen Anderer durchdrücken, die innere Leere läßt sich nicht einfach füllen. Denn das Tun im Außen ist nicht viel wert, wenn die Motivation dieser Taten nicht geklärt ist.

Gibt es außer mir noch jemanden, der es erstrebenswert findet, zu lernen und zu reifen und Gottes Realität mit meinen begrenzten Sinnen begreifen zu wollen? () Und in zweckfrei verschwendeter Zeit seine Nähe zu genießen und seine Liebe zu mir fließen zu lassen, damit ich diese verstärkt weitergeben kann?

Sondern lebendig und authentisch, verschwenderisch im Entdecken der schönen Momente, ein bisschen verrückt und gütig, warmherzig und mutig, immer Lernende und offen für die Erweiterung des Horizonts und dankbar ohne Ende über des Schöpfers Kreativität und Freundlichkeit, der bereit ist, uns mehr zu schenken, als wir ahnen (), denn wir sind damit beschäftigt, unser Leben zu planen und erwarten von  ihm zu wenig.

Und zum Abschluss noch ein paar schöne Gedanken zum Thema Resilienz.

durchs Leben pilgern

Psst – hast du Lust, durchs Leben zu pilgern? Ganz authentisch mit allen Fragen, Zweifeln, Ängsten und Erfolgen? Möchtest du wissen, wie man sich auf der Suche nach Authentizität fühlt und vielleicht selbst eine Pilger-Reise unternehmen? Als letztes Jahr ein Freund sagte, dass ich das mal machen soll, dachte ich: das trau ich mich niemals. Siehe da, 1 Jahr und einige Umstände später zog ich los und fühle mich so gestärkt nach dieser Reise. Ich kann nicht anders, als davon zu erzählen:

pilgern auf www.wertdernatur.de…Die Tür eines Vogelkäfigs wurde nach einer langen Zeit aufgeschlagen und da saß der kleine Vogel nun, die große Freiheit vor Augen und voller Angst, ob die Flügel ihn wohl tragen werden. Aber die Enge kannte er lange genug und so beschloss er, sich seinen Ängsten zu stellen und flog los – hinaus in die Weite – und auf einmal ergriff ihn die Abenteuer-lust und die Flügel trugen ihn, als hätte er nie etwas anderes getan…

So startete ich meine Reise – auf dem Weg zum Startpunkt meiner Pilgerreise überfiel mich Angst, die ich mir erst nicht erklären konnte. Als ich mich dem stellte, wurde mir langsam klar, dass es tatsächlich die Angst vor der großen Freiheit war – sich den Fragen zu stellen und es zu wagen, mich allein durchzuschlagen. Forschst du manchmal, warum du Angst vor bestimmten Dingen hast? Es ist gut dem nachzuspüren, denn als ich mich damit auseinandersetzte und in Erfurt ankam, waren die Ängste verschwunden und es bahnte sich eine große Abenteuerlust ihren Weg: diese wunderschöne Stadt wollte erforscht werden. Und ich startete im Kloster und war dankbar, dass Gott schon da war.

Ich hatte vorher bewußt mal nichts (außer den Startpunkt) für die Reise geplant, also besorgte ich mir einen Pilgerpass, mit dem man zum Teil ermäßigte Unterkünfte, z.B. im Kloster (Pilgerzimmer für 10 Euro) bekommt.

Voller Elan startete ich am 1. Pilgertag früh meine Reise, meine Habseligkeiten auf dem Rücken tragend wie eine Schnecke. Es erschien mir schwer und ich fragte mich, wieso man im Alltag soviel Kram braucht. Fragst du dich manchmal, ob du tatsächlich alles brauchst, was du besitzt? Naja, 3 Bücher mussten mit (so meinte ich) und eben Wechselsachen und 2 Paar Schuhe. Das Ziel fest vor Augen lief ich los und hatte den Anspruch, mich ohne Handy und Karte durchzuschlagen. An ein paar Kreuzungen waren die Markierungen nicht ausreichend und so merkte ich nicht einmal, wie ich auf den falschen Weg kam. Fragst du dich manchmal auch, ob der Weg noch sinnvoll und gut ist, den du gehst?

Das Schöne war, ich fand eine Selbstpflücke mit den leckersten Johannisbeeren überhaupt, das schlechte war, ich entdeckte viel zu spät, dass ich in einem Ort rauskam, der 5 km von der Route entfernt lag. Ich ärgerte mich extrem, weil ich Umwege hasse. Mir war klar, dass mich das über eine Stunde Zeit kosten würde, auf den richtigen Weg zurückzukommen. Wäre ein Mensch in der Nähe gewesen, hätte er meine ganze Wut abbekommen, aber so hatte ich nur mich selbst. Eine sehr wertvolle Erfahrung.

Wie oft meinen wir im Alltag, der Ärger über Andere oder die Umstände müßte raus und abbekommen tun es immer die Nächsten? Wäre es nicht besser, schreiend im Kreis zu laufen und den Frust mit sich selbst auszumachen? Es sieht sicher lustig aus, aber es tut niemandem weh und hilft enorm. Dabei können wir lernen, die Verantwortung für unser Handeln und die Konsequenzen zu tragen. Auf dem Weg suchte ich also das positive an Umwegen: vielleicht machen sie uns verantwortungsbewußter und überlegter? Es ist auch sinnvoll, seinen Stolz zu überwinden und Orientierungshilfen anzunehmen. Vielleicht entwickeln wir durch die eigenen Umwege Verständnis und Barmherzigkeit für Menschen, denen es ähnlich geht, evtl. lernen wir nur auf Umwegen (Fehlern) Dinge, die uns zu einem reiferen Menschen machen (zum Beispiel Schmerz auszuhalten) und da war sie wieder – die Geduld, die es braucht, fast immer im Leben.

Es war Mittag, sehr heiß, ich war müde. Aber aufgeben war keine Option. Gibt es nicht eine Abkürzung? Nein, die gibt es oft im Leben nicht. Wir müssen uns den Schwierigkeiten stellen. Deshalb half es mir, dass Menschen mir ein Lächeln schenkten und mir ab und zu freundlich den Weg erklärten. Ich hatte das Empfinden, sie halten mich für ein bisschen verrückt. Ach – wenn schon. Ist es wichtig, was die Anderen so denken? Ich mußte weiter, mein Ziel schaffen – mein Bett war noch so weit entfernt, also weiter. Ich trieb mich an – ja keine Pause machen. Als ich fast umfiel, beschloss ich, doch mal einen schattigen Platz zu suchen.

Erst beim Rasten fiel mir auf, dass es im Alltag oft so ist: wir müssen funktionieren, haben uns schließlich viel vorgenommen, das Hamsterrad ist ständig in Bewegung. Ja nicht still sitzen, denn dann kommen die Fragen – warum tun wir uns das an, nicht mehr auf die Signale unseres Körpers zu hören? Warum tun wir so viel, was die Anderen von uns erwarten? Warum trieb ich mich auf meiner Reise so an? Es war das alte Pflichtbewußtsein, zu schaffen, was ich geplant hatte und das Sicherheitsbedürfnis – den Platz zum Schlafen zu erreichen, weil er nun einmal gebucht war. An dem Tag schaffte ich es nicht, umzudenken. Ich lief 23 km und erreichte abends mein weiches Bett in einer Pension. Ich war völlig ko. Erst nach ein bisschen Zeit des Nachdenkens beschloss ich, den 2. Tag anders zu gestalten, aber dazu brauchte ich diese Zeit des Reflektierens. Bist du schon einmal aus dem Hamsterrad ausgestiegen und hast das Ganze mal von aussen betrachtet? Ich entdeckte, wie gut es sich anfühlt, barmherzig zu sich (und auch zu Anderen) zu sein.

Am 2. Pilgertag fühlte ich mich früh wie 80 – alles tat weh, ich fragte mich, wie ich nur einen Schritt schaffen sollte. Aber es ist gut zu spüren, wie sich ältere Menschen fühlen und zu begreifen, warum bei ihnen alles langsamer geht. Wie sonst sollten wir uns in sie hineinversetzen können? Und alles, was uns widerfährt ist doch nur die Vorbereitung auf die weiteren Ereignisse, oder? Wenn wir das sehen wollen.

Also war ich umso überraschter, dass meine Füße wie von selbst losliefen und ich den Rucksack auch nicht mehr wirklich spürte. Und es gab bei 35 Grad endlich Schatten im Wald, wie wunderbar.

Ich verabschiedete mich von meinem stolzen Anspruch, es ganz ursprünglich machen zu wollen und nutzte das Handy, um nicht ständig suchen zu müssen, wo ich bin. Was für Ansprüche haben wir so im Leben? Sind sie hilfreich und erstrebenswert? Wenn sie gut sind, sollten wir sie weiter im Auge behalten und keine Kompromisse eingehen. Aber das muss abgewogen werden.

An diesem Tag nahm ich mir die Zeit, wahrzunehmen und mich mit meinen Fragen auseinandersetzen. Ich lief langsamer und fand auf einmal so viele schöne Details, an denen ich mich erfreuen konnte. Also ist doch der Weg das eigentliche Ziel…wußte ich schon vorher, aber das neu zu spüren tat gut, denn es prägt sich besser ein. Wie siehst du das?

In jedem kleinen Dorf fand ich nette Menschen, die mir mein Wasser wieder auffüllten und ich war so dankbar über diese Freundlichkeit. Überhaupt ist nach so einer Reise nichts mehr selbstverständlich, was man sonst dafür hält. Ich lief 13 km bis Arnstadt und als ich dieses kleine Städtchen sah, wußte ich, dass ich bleiben mußte – allen Plänen zum Trotz. Ich buchte spontan ein Zimmer und ging in Kirchen und ein Museum und schlenderte durch die schöne Altstadt. Ich fand die schönste Kirche überhaupt – die Bachkirche. Braucht man eine Kirche, um mit Gott zu sprechen? Klares Nein, meine Reise war ein einziges Gespräch, aber dieser Ort fühlte sich sehr friedlich an und man bekommt ein anderes Empfinden für Ehrfurcht.

Die Bachkirche zu Bachs Zeiten.

Die Bachkirche heute – so wunderschön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und mich faszinierten diese wunderbaren Kirchenfenster voll leuchtender Farben.

Ich nahm mir Zeit für Gespräche mit Menschen, die mir über den Weg liefen, ich bewegte eine Menge Gedanken und Fragen. Ich konnte schreiben und nachdenken. Das fühlte sich nach echtem Leben an. Und nichts habe ich dazugetan, alles war ein Geschenk und der Geber muss ein großes Herz haben. Um diese Beziehung dreht sich alles, das wurde mir neu klar.

Am 3. Pilgertag ging alles von allein, ich wollte nur noch laufen und staunte über meinen Körper. Mir wurde klar, wenn jemand keinen guten Draht zu seinem Körper hat, ist so eine Reise definitiv eine gute Sache. Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper? Kann man sich auf ihn verlassen? Deine Füße tragen dich mit deinen Habseligkeiten durchs Leben, dein Herz pulsiert, deine Lunge sorgt für den Atem des Lebens und du wirst dankbar dafür und lernst, wieder mehr auf den Körper zu hören und dir selbst und deinen Empfindungen zu vertrauen. Ich lief wie von allein, der Kopf ging auf Reisen und die Gedanken bahnten sich ihren Weg, den sie sonst  im Alltag nicht finden.

Ich lief an einem Fluß vorbei und da roch es nach Kindheit. Dieses Kind in uns braucht Raum zum leben – wann hast du zuletzt wie ein Kind gestaunt und diese Lebendigkeit und Fähigkeit empfunden, völlig im Moment zu leben? Ich fand das auf dieser Reise wieder. Da fiel mir auf, dass auch die Freude an Gott, meinem Schöpfer, viel zu oft im Alltag verschwindet.

 

Und da waren wieder die Fragen, auf die ich noch keine Antworten gefunden hatte. Und neue Fragen kamen auf, als ich durch diesen Wald ging.

„Innigkeit o. Abhängigkeit?“   „Gottes Licht strahlt durch“  „erfahrener 200 J.alter Baum“

An diesem Tag traf ich kaum einen Menschen, verrückt in unserer heutigen Zeit – und wohltuend. Nach weiteren 14 km stieg ich in den Zug. Als ich am Erfurter Bahnhof ankam, erschienen mir alle wie lärmende Hamster in ihren Laufrädern – ein zu großer Kontrast. Ich musste zurück in die Stille des Klosters.

Pilgerreise von Michaela Stohl auf www.wertdernatur.de

Dort angekommen nahm ich mir eine Zeit des Hörens auf Gott und auf sehr faszinierende Weise bekam ich Antworten auf einige meiner Fragen. Wann hast du dir zuletzt Zeit zum hören genommen? Ich weiß, es ist im Alltag nicht leicht, aber so wertvoll.

 

 

Und ich fand die Freude wieder – wir sind von unserem Schöpfer gut erdacht, geliebt und geschaffen, um uns an ihm zu freuen. Was für ein Geschenk und welch schöne Aufgabe.  Ich war entzückt über all diese Erkenntnisse. Fragt mich, wenn ihr mehr wissen wollt.

Ich erkundete noch die schöne Stadt Erfurt – langsam – lauschte Straßenmusikern, genoss kleine Winkel, die man nur sieht, wenn man nicht schnell vorbeihetzt.

      

4.Tag: Leider ist die Reise schon zu Ende. Ich habe die Klosterstille noch ein wenig genossen und aufgetankt, mich noch ein bisschen mit Luther auseinandergesetzt – der war echt ein Pilger – dagegen habe ich Wellnesspilgern betrieben, dessen bin ich mir völlig bewußt. 50 km sind keine Menge, aber ein guter Anfang und ein erster Einblick ins Zigeunerleben.

Nun heißt es, diese gewonnenen Erfahrungen im Alltag umzusetzen, denn dazu dient so eine Reise auch. Der Pilgerweg hieß übrigens: der Weg der starken Frauen“.

eine schöne Erinnerung

Tja, was wohl die wirkliche Stärke von uns Frauen ist? Was denkst du? Ich habe eine Ahnung bekommen…aber das geht nur im Gespräch zu erörtern.

Ich möchte es nicht missen, dies alles erlebt und gespürt zu haben, ich bin sooo dankbar dafür und ich werde das ab sofort in meine Sommer einbauen, weil es noch viel mehr zu lernen und zu erforschen gibt.

Und der Muskelkater wird sicher weniger im Laufe der Zeit 🙂

Nun, habe ich dich angesteckt? Hast du Lust auf´s Fragen und Suchen? Ich wünsche dir so eine Reise mit all diesen Erfahrungen sehr.

Nun noch die sachliche Fakten für die Theoretiker:

Jakobswege in Deutschland

  • Die Füße schwellen an – es macht Sinn, die Schuhe erst beim Ziel auszuziehen oder ein 2. Paar große Sandalen mitzunehmen
  • Die Hände schwellen an – also früh Ringe ablegen
  • Kopfbedeckung und Sonnenschutz mitnehmen
  • Karte oder Handy nutzen
  • Man braucht gar nicht so viel Essen (Nüsse sind gut), aber immer Wasser
  • 4 ÜN kosteten mich 120 Euro + Essengeld und evtl. Zugticket

Noch ein Filmtipp für alle, die jetzt nicht gleich lospilgern können: „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ – den habe ich erst nach meiner Reise gesehen, aber gefühlt habe ich mich so ähnlich.

…Der kleine Vogel fühlt sich von seinem Schöpfer geliebt und fliegt und lebt seine Bestimmung – er gehört in die Weiten des Himmels. Und jetzt kann er das auch endlich genießen…