Löwenzahn – geballte Lebenskraft

Von vielen Menschen verschrien und verachtet – auch lieblos Hundeblume oder Kuhblume genannt. Steckt in ihm doch geballte Lebenskraft, der in uns die Selbstheilungskräfte anregt.

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Inhaltsstoffe Löwenzahn:

Alles an dieser Pflanze ist nutzbar. Ich gehe später darauf ein. Zugegeben, er hat eine Pfahllwurzel, die man nur mit Mühe herausbekommt. Bewundernswert ist, wie er mit dieser selbst Asphalt durchbricht.

Blätter, Wurzeln und Blüten aktivieren den Stoffwechsel. Ausgestattet mit Bitterstoffen, Vitaminen A, B, C, D und E, Mineralien wie Kalium, Calzium, Eisen, Zink und Magnesium reinigt er unseren Körper.

Freund für den Garten

Löwenzahnjauche hilft anderen Pflanzen zu mehr Lebenskraft und wirkt als Dünger im Garten. Eigentlich ist Löwenzahn ein echter Gärtnerfreund. Mit den tiefen Pfahlwurzeln hilft er auch den Kulturpflanzen, weil er harte Bodenschichten lockert. Er saugt Nährstoffe und Mineralien aus den tiefen Schichten nach oben und gibt sie als Humus oder Mulch wieder frei. Die Regenwürmer lieben Löwenzahn. In der Nähe seiner Wurzeln kann man die noch glasigen Jungtiere finden.

Verwendungsmöglichkeiten:

Die Blüten und Blätter sind lecker im Frühlingssalat, die Wurzel als Tee, Kaffee oder Tinktur hilft bei schlechter Verdauung, regt die Funktionen von Leber und Galle an, aktiviert die Aussscheidung und fördert die Blutbildung. Aus den Blüten kann man Löwenzahnhonig, Pesto, Kräuterquark herstellen oder sie als Gemüse dünsten. Wenn ich müde bin, mache ich mir gern einen Joghurt mit frischen Löwenzahnblättern. Wem es zu bitter ist, der kann ja einen kleinen Schluck Agavendicksaft zugeben.

Die Stängel sind erst bitter, aber der Milchsaft ist nicht giftig, wie oft angenommen, sondern kann als Kaugummi gekaut werden. Das reinigt die inneren Organe und vertreibt Mattigkeit.

Löwenzahnhonig:

ihr braucht:

  1. 2 Handvoll Löwenzahnblüten
  2. 500 ml Wasser
  3. 160 g Rohrohrzucker
  4. 1 EL Zitronensaft

Das etwas anstrengende ist, dass man nur die gelben Blütenblättchen nehmen sollte und nicht die ganze Blüte mit den grünen Kelchblättern (sonst wird es bitter).

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  • Also Blüten sammeln und abzupfen.
  • Mit dem Wasser kurz aufkochen, abkühlen lassen
  • 1 Nacht in den Kühlschrank stellen
  • Am nächsten Tag die Blüten durch ein Sieb drücken
  • Flüssigkeit mit Zitrone und Zucker lange einköcheln lassen – hier habe ich ein paar Fotos, damit ihr seht, wie das funktioniert. Die Flüssigkeit muss raus, deshalb keinen Deckel auf den Topf legen. Mit der Zeit (ca. 1 Stunde) entstehen mehr Blasen und die Masse wird zähflüssig. Dann heiß in Schraubgläser füllen. Wenn es zu dick wird, könnt ihr daraus nur noch Lollys für die Kinder machen – oder Bonbons. Lecker ist es auf jeden Fall.

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Löwenzahnsalat

Lecker sind die jungen frischen Blätter. Daraus kann man einen Salat machen. Die Bitterstoffe sind nicht jedermanns Geschmack, ein bisschen kann man es abmildern, wenn man ein Joghurtdressing anrührt ( Joghurt mit einem Schluck Honig oder Agavendicksagt). In diesen Salat passen auch die gelben Blüten gut.

Löwenzahnblütengemüse
Dazu die Löwenzahnblütenknospen ca. 3 Min. in Butter andünsten und mit Salz würzen.

Löwenzahn-Antipasti
2 Handvoll Löwenzahnknospen in einem Esslöffel Olivenöl ca. 5 Minuten anbraten, bis sie Farbe bekommen. Mit 2 Esslöffel Weißwein ablöschen und mit 2 Prisen Stein- oder Meersalz würzen. Unter rühren weiter köcheln, bis die Flüssigkeit weg ist. Lauwarm oder kalt servieren.

Wenn ihr noch nicht genug habt, findet ihr weitere Rezepte und Informationen hier.

Wollt ihr auch noch mehr Wildkräuter nutzen? Dann lest doch mal über das Gänseblümchen, Flieder, Holunder oder Tannenspitzen nach.

Auch nach langer Recherche über verschiedene Pflanzen und altes Wissen über die Heilkräfte der Natur übernehme ich nicht die Verantwortung für die Bestimmung und richtige Handhabung der Pflanzen. Wer sich unsicher ist, sollte dies als Anstoß nehmen und sich weiter belesen oder einen Arzt oder Heilpraktiker seines Vertrauens aufsuchen.