Joghurt selbst herstellen

Joghurt kannst du selbst herstellen – toll nicht wahr? Unser 3-Jähriger ist bei uns für die Nachproduktion zuständig. Wußtest du, dass es so einfach geht? Ich freue mich immer wieder, wenn ich entdecke, wie Dinge gemacht werden und es selbst ausprobieren darf. Aber hier kommen erst einmal einige Basisinformationen:

Joghurtherstellung allgemein

Die Rohmilch wird heutzutage erst pasteurisiert, dann homogenisiert und auf den gewünschten Fettgehalt eingestellt. Es werden wärmeliebende Bakterien eingesetzt, je nach Sorte sauer oder mild ( sauer: Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus, mild: Lactobacillus acidophilus oder Lactobacillus bifidus) Das Gemisch aus Bakterien und Milch wird bei Temperaturen von 42- 45 Grad ca. 3 Stunden bebrütet bis zu einem ph-Wert von ca. 4,6. Danach muss die Säuerung durch  Abkühlung abgebrochen werden. Dadurch wird der Joghurt fest.

Nun zur Variante der eigenen Herstellung:

Im Joghurtbereiter:

Du benötigst immer einen kleinen Rest von Joghurtkulturen, damit du wieder neuen Joghurt herstellen kannst. Je nach Größe des Gerätes benötigst du:

Joghurt selber machen auf www.wertdernatur.de

Das wirklich geniale an der eigenen Herstellung ist, dass du keinen Müll produzierst, sondern immer schön deine Glasgefäße wiederverwendest. Und du kannst wunderbar auf Unverträglichkeiten eingehen, indem du z.B. laktosefreie Milch verwendest oder auch Ziegenmilch oder Sojamilch, wobei kein Calcium zugesetzt sein darf.

Du füllst 1,5 TL Joghurt in einen Becher, erwärmst die Milch (optimalerweise auf 42 Grad oder eben nach Gefühl – das Gerät muss die Wärme dann nur halten) und füllst sie in die Becher.

Nun das Gerät anschalten, wichtig – nicht erschüttern oder bewegen, die Bakterien wollen ihre Ruhe haben, nur dann bilden sie eine gute Gallerte (also auch nicht direkt über die Spülmaschine stellen) – und nach ca. 3-4 Stunden schaltest du ab und stellst die Gefäße in den Kühlschrank. Dort ist der Johurt ca. 1 Woche haltbar.

Wer sehr festen Joghurt mag, kann auch einen Löffel Trockenmilchpulver unter die Milch rühren. Das nutze ich allerdings nicht.

Wer Ersatzglasbehälter benötigt, kann einfach Weck-Gläser dieser Größe nutzen. Das schöne an den kleinen Gläsern ist, dass man gleich Portionen hat, aus denen man essen kann – evtl. noch aufpeppen mit Obst.

Joghurtherstellung ohne technische Geräte:

Es funktioniert auch ohne technische Geräte, ist aber aufwendiger. Du kannst auch die aufgewärmte Milch mit den Joghurtkulturen in Decken einpacken, aber da die Temperatur nicht so konstant bei 42 Grad bleibt, ist die Gelinggarantie nicht immer gegeben.

Auch die Variante im Backofen mit großen Weck-Gläsern funktioniert gut – dazu kurz auf 50 Grad vorheizen und dann den Backofen nur auf Licht stellen, dann über Nacht dort reifen lassen. Weck-Gläser eignen sich gut, weil man sie auskochen kann und sie nicht platzen.

Für Kinder und Erwachsene ist es jedenfalls ein toller Effekt, Dinge selbst herzustellen. Sie bekommen einen anderen Wert, weil man seine Zeit investiert hat. Und Kinder werden an das Warum und die Funktionsweise herangeführt – das ziehe ich dem einfachen Konsum durch Einkauf immer vor.

Probier es aus. Einfache Joghurtbereiter findest du hier schon ab 20 Euro:

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Möchtest du schauen, was du noch alles einfach selber machen kannst? Dann schau unter der Rubrik Handwerk bzw. Rezepturen nach. Viel Freude.