jede Nacht Sternenregen

Sternschnuppenmusik ()

Man kann sich ärgern, wenn man nachts nicht schlafen kann, oder man kann die Zeit sinnvoll nutzen und wunderbares entdecken. Also nehme ich dich mit in die nächtliche Stille meines Sternschnuppenbettes in dem Wissen, dass nicht jeder diesen Zauber im Alltag erlebt. Leider kann ich dir die Sternschnuppen nicht zeigen, nur die Gedanken, die mich dabei bewegt haben, du darfst dich selbst auf den Weg machen, die Schönheit des Lebens zu entdecken:

Aber wir Menschen sind tagsüber so beschäftigt mit all der Hektik und es gibt so viel zu tun, wir finden keine Zeit zum Ruhen. Und um die heftigen Tage zu überstehen, um ja keinen Fehler zu begehen, funktionieren wir oder stillen unsere Begierden, und egal, wie oft wir unseren oder den Willen Anderer durchdrücken, die innere Leere läßt sich nicht einfach füllen. Denn das Tun im Außen ist nicht viel wert, wenn die Motivation dieser Taten nicht geklärt ist.

Gibt es außer mir noch jemanden, der es erstrebenswert findet, zu lernen und zu reifen und Gottes Realität mit meinen begrenzten Sinnen begreifen zu wollen? () Und in zweckfrei verschwendeter Zeit seine Nähe zu genießen und seine Liebe zu mir fließen zu lassen, damit ich diese verstärkt weitergeben kann?

Sondern lebendig und authentisch, verschwenderisch im Entdecken der schönen Momente, ein bisschen verrückt und gütig, warmherzig und mutig, immer Lernende und offen für die Erweiterung des Horizonts und dankbar ohne Ende über des Schöpfers Kreativität und Freundlichkeit, der bereit ist, uns mehr zu schenken, als wir ahnen (), denn wir sind damit beschäftigt, unser Leben zu planen und erwarten von  ihm zu wenig.

Und zum Abschluss noch ein paar schöne Gedanken zum Thema Resilienz.

durchs Leben pilgern

Psst – hast du Lust, durchs Leben zu pilgern? Ganz authentisch mit allen Fragen, Zweifeln, Ängsten und Erfolgen? Möchtest du wissen, wie man sich auf der Suche nach Authentizität fühlt und vielleicht selbst eine Pilger-Reise unternehmen? Als letztes Jahr ein Freund sagte, dass ich das mal machen soll, dachte ich: das trau ich mich niemals. Siehe da, 1 Jahr und einige Umstände später zog ich los und fühle mich so gestärkt nach dieser Reise. Ich kann nicht anders, als davon zu erzählen:

pilgern auf www.wertdernatur.de…Die Tür eines Vogelkäfigs wurde nach einer langen Zeit aufgeschlagen und da saß der kleine Vogel nun, die große Freiheit vor Augen und voller Angst, ob die Flügel ihn wohl tragen werden. Aber die Enge kannte er lange genug und so beschloss er, sich seinen Ängsten zu stellen und flog los – hinaus in die Weite – und auf einmal ergriff ihn die Abenteuer-lust und die Flügel trugen ihn, als hätte er nie etwas anderes getan…

So startete ich meine Reise – auf dem Weg zum Startpunkt meiner Pilgerreise überfiel mich Angst, die ich mir erst nicht erklären konnte. Als ich mich dem stellte, wurde mir langsam klar, dass es tatsächlich die Angst vor der großen Freiheit war – sich den Fragen zu stellen und es zu wagen, mich allein durchzuschlagen. Forschst du manchmal, warum du Angst vor bestimmten Dingen hast? Es ist gut dem nachzuspüren, denn als ich mich damit auseinandersetzte und in Erfurt ankam, waren die Ängste verschwunden und es bahnte sich eine große Abenteuerlust ihren Weg: diese wunderschöne Stadt wollte erforscht werden. Und ich startete im Kloster und war dankbar, dass Gott schon da war.

Ich hatte vorher bewußt mal nichts (außer den Startpunkt) für die Reise geplant, also besorgte ich mir einen Pilgerpass, mit dem man zum Teil ermäßigte Unterkünfte, z.B. im Kloster (Pilgerzimmer für 10 Euro) bekommt.

Voller Elan startete ich am 1. Pilgertag früh meine Reise, meine Habseligkeiten auf dem Rücken tragend wie eine Schnecke. Es erschien mir schwer und ich fragte mich, wieso man im Alltag soviel Kram braucht. Fragst du dich manchmal, ob du tatsächlich alles brauchst, was du besitzt? Naja, 3 Bücher mussten mit (so meinte ich) und eben Wechselsachen und 2 Paar Schuhe. Das Ziel fest vor Augen lief ich los und hatte den Anspruch, mich ohne Handy und Karte durchzuschlagen. An ein paar Kreuzungen waren die Markierungen nicht ausreichend und so merkte ich nicht einmal, wie ich auf den falschen Weg kam. Fragst du dich manchmal auch, ob der Weg noch sinnvoll und gut ist, den du gehst?

Das Schöne war, ich fand eine Selbstpflücke mit den leckersten Johannisbeeren überhaupt, das schlechte war, ich entdeckte viel zu spät, dass ich in einem Ort rauskam, der 5 km von der Route entfernt lag. Ich ärgerte mich extrem, weil ich Umwege hasse. Mir war klar, dass mich das über eine Stunde Zeit kosten würde, auf den richtigen Weg zurückzukommen. Wäre ein Mensch in der Nähe gewesen, hätte er meine ganze Wut abbekommen, aber so hatte ich nur mich selbst. Eine sehr wertvolle Erfahrung.

Wie oft meinen wir im Alltag, der Ärger über Andere oder die Umstände müßte raus und abbekommen tun es immer die Nächsten? Wäre es nicht besser, schreiend im Kreis zu laufen und den Frust mit sich selbst auszumachen? Es sieht sicher lustig aus, aber es tut niemandem weh und hilft enorm. Dabei können wir lernen, die Verantwortung für unser Handeln und die Konsequenzen zu tragen. Auf dem Weg suchte ich also das positive an Umwegen: vielleicht machen sie uns verantwortungsbewußter und überlegter? Es ist auch sinnvoll, seinen Stolz zu überwinden und Orientierungshilfen anzunehmen. Vielleicht entwickeln wir durch die eigenen Umwege Verständnis und Barmherzigkeit für Menschen, denen es ähnlich geht, evtl. lernen wir nur auf Umwegen (Fehlern) Dinge, die uns zu einem reiferen Menschen machen (zum Beispiel Schmerz auszuhalten) und da war sie wieder – die Geduld, die es braucht, fast immer im Leben.

Es war Mittag, sehr heiß, ich war müde. Aber aufgeben war keine Option. Gibt es nicht eine Abkürzung? Nein, die gibt es oft im Leben nicht. Wir müssen uns den Schwierigkeiten stellen. Deshalb half es mir, dass Menschen mir ein Lächeln schenkten und mir ab und zu freundlich den Weg erklärten. Ich hatte das Empfinden, sie halten mich für ein bisschen verrückt. Ach – wenn schon. Ist es wichtig, was die Anderen so denken? Ich mußte weiter, mein Ziel schaffen – mein Bett war noch so weit entfernt, also weiter. Ich trieb mich an – ja keine Pause machen. Als ich fast umfiel, beschloss ich, doch mal einen schattigen Platz zu suchen.

Erst beim Rasten fiel mir auf, dass es im Alltag oft so ist: wir müssen funktionieren, haben uns schließlich viel vorgenommen, das Hamsterrad ist ständig in Bewegung. Ja nicht still sitzen, denn dann kommen die Fragen – warum tun wir uns das an, nicht mehr auf die Signale unseres Körpers zu hören? Warum tun wir so viel, was die Anderen von uns erwarten? Warum trieb ich mich auf meiner Reise so an? Es war das alte Pflichtbewußtsein, zu schaffen, was ich geplant hatte und das Sicherheitsbedürfnis – den Platz zum Schlafen zu erreichen, weil er nun einmal gebucht war. An dem Tag schaffte ich es nicht, umzudenken. Ich lief 23 km und erreichte abends mein weiches Bett in einer Pension. Ich war völlig ko. Erst nach ein bisschen Zeit des Nachdenkens beschloss ich, den 2. Tag anders zu gestalten, aber dazu brauchte ich diese Zeit des Reflektierens. Bist du schon einmal aus dem Hamsterrad ausgestiegen und hast das Ganze mal von aussen betrachtet? Ich entdeckte, wie gut es sich anfühlt, barmherzig zu sich (und auch zu Anderen) zu sein.

Am 2. Pilgertag fühlte ich mich früh wie 80 – alles tat weh, ich fragte mich, wie ich nur einen Schritt schaffen sollte. Aber es ist gut zu spüren, wie sich ältere Menschen fühlen und zu begreifen, warum bei ihnen alles langsamer geht. Wie sonst sollten wir uns in sie hineinversetzen können? Und alles, was uns widerfährt ist doch nur die Vorbereitung auf die weiteren Ereignisse, oder? Wenn wir das sehen wollen.

Also war ich umso überraschter, dass meine Füße wie von selbst losliefen und ich den Rucksack auch nicht mehr wirklich spürte. Und es gab bei 35 Grad endlich Schatten im Wald, wie wunderbar.

Ich verabschiedete mich von meinem stolzen Anspruch, es ganz ursprünglich machen zu wollen und nutzte das Handy, um nicht ständig suchen zu müssen, wo ich bin. Was für Ansprüche haben wir so im Leben? Sind sie hilfreich und erstrebenswert? Wenn sie gut sind, sollten wir sie weiter im Auge behalten und keine Kompromisse eingehen. Aber das muss abgewogen werden.

An diesem Tag nahm ich mir die Zeit, wahrzunehmen und mich mit meinen Fragen auseinandersetzen. Ich lief langsamer und fand auf einmal so viele schöne Details, an denen ich mich erfreuen konnte. Also ist doch der Weg das eigentliche Ziel…wußte ich schon vorher, aber das neu zu spüren tat gut, denn es prägt sich besser ein. Wie siehst du das?

In jedem kleinen Dorf fand ich nette Menschen, die mir mein Wasser wieder auffüllten und ich war so dankbar über diese Freundlichkeit. Überhaupt ist nach so einer Reise nichts mehr selbstverständlich, was man sonst dafür hält. Ich lief 13 km bis Arnstadt und als ich dieses kleine Städtchen sah, wußte ich, dass ich bleiben mußte – allen Plänen zum Trotz. Ich buchte spontan ein Zimmer und ging in Kirchen und ein Museum und schlenderte durch die schöne Altstadt. Ich fand die schönste Kirche überhaupt – die Bachkirche. Braucht man eine Kirche, um mit Gott zu sprechen? Klares Nein, meine Reise war ein einziges Gespräch, aber dieser Ort fühlte sich sehr friedlich an und man bekommt ein anderes Empfinden für Ehrfurcht.

Die Bachkirche zu Bachs Zeiten.

Die Bachkirche heute – so wunderschön.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und mich faszinierten diese wunderbaren Kirchenfenster voll leuchtender Farben.

Ich nahm mir Zeit für Gespräche mit Menschen, die mir über den Weg liefen, ich bewegte eine Menge Gedanken und Fragen. Ich konnte schreiben und nachdenken. Das fühlte sich nach echtem Leben an. Und nichts habe ich dazugetan, alles war ein Geschenk und der Geber muss ein großes Herz haben. Um diese Beziehung dreht sich alles, das wurde mir neu klar.

Am 3. Pilgertag ging alles von allein, ich wollte nur noch laufen und staunte über meinen Körper. Mir wurde klar, wenn jemand keinen guten Draht zu seinem Körper hat, ist so eine Reise definitiv eine gute Sache. Wie ist dein Verhältnis zu deinem Körper? Kann man sich auf ihn verlassen? Deine Füße tragen dich mit deinen Habseligkeiten durchs Leben, dein Herz pulsiert, deine Lunge sorgt für den Atem des Lebens und du wirst dankbar dafür und lernst, wieder mehr auf den Körper zu hören und dir selbst und deinen Empfindungen zu vertrauen. Ich lief wie von allein, der Kopf ging auf Reisen und die Gedanken bahnten sich ihren Weg, den sie sonst  im Alltag nicht finden.

Ich lief an einem Fluß vorbei und da roch es nach Kindheit. Dieses Kind in uns braucht Raum zum leben – wann hast du zuletzt wie ein Kind gestaunt und diese Lebendigkeit und Fähigkeit empfunden, völlig im Moment zu leben? Ich fand das auf dieser Reise wieder. Da fiel mir auf, dass auch die Freude an Gott, meinem Schöpfer, viel zu oft im Alltag verschwindet.

 

Und da waren wieder die Fragen, auf die ich noch keine Antworten gefunden hatte. Und neue Fragen kamen auf, als ich durch diesen Wald ging.

„Innigkeit o. Abhängigkeit?“   „Gottes Licht strahlt durch“  „erfahrener 200 J.alter Baum“

An diesem Tag traf ich kaum einen Menschen, verrückt in unserer heutigen Zeit – und wohltuend. Nach weiteren 14 km stieg ich in den Zug. Als ich am Erfurter Bahnhof ankam, erschienen mir alle wie lärmende Hamster in ihren Laufrädern – ein zu großer Kontrast. Ich musste zurück in die Stille des Klosters.

Pilgerreise von Michaela Stohl auf www.wertdernatur.de

Dort angekommen nahm ich mir eine Zeit des Hörens auf Gott und auf sehr faszinierende Weise bekam ich Antworten auf einige meiner Fragen. Wann hast du dir zuletzt Zeit zum hören genommen? Ich weiß, es ist im Alltag nicht leicht, aber so wertvoll.

 

 

Und ich fand die Freude wieder – wir sind von unserem Schöpfer gut erdacht, geliebt und geschaffen, um uns an ihm zu freuen. Was für ein Geschenk und welch schöne Aufgabe.  Ich war entzückt über all diese Erkenntnisse. Fragt mich, wenn ihr mehr wissen wollt.

Ich erkundete noch die schöne Stadt Erfurt – langsam – lauschte Straßenmusikern, genoss kleine Winkel, die man nur sieht, wenn man nicht schnell vorbeihetzt.

      

4.Tag: Leider ist die Reise schon zu Ende. Ich habe die Klosterstille noch ein wenig genossen und aufgetankt, mich noch ein bisschen mit Luther auseinandergesetzt – der war echt ein Pilger – dagegen habe ich Wellnesspilgern betrieben, dessen bin ich mir völlig bewußt. 50 km sind keine Menge, aber ein guter Anfang und ein erster Einblick ins Zigeunerleben.

Nun heißt es, diese gewonnenen Erfahrungen im Alltag umzusetzen, denn dazu dient so eine Reise auch. Der Pilgerweg hieß übrigens: der Weg der starken Frauen“.

eine schöne Erinnerung

Tja, was wohl die wirkliche Stärke von uns Frauen ist? Was denkst du? Ich habe eine Ahnung bekommen…aber das geht nur im Gespräch zu erörtern.

Ich möchte es nicht missen, dies alles erlebt und gespürt zu haben, ich bin sooo dankbar dafür und ich werde das ab sofort in meine Sommer einbauen, weil es noch viel mehr zu lernen und zu erforschen gibt.

Und der Muskelkater wird sicher weniger im Laufe der Zeit 🙂

Nun, habe ich dich angesteckt? Hast du Lust auf´s Fragen und Suchen? Ich wünsche dir so eine Reise mit all diesen Erfahrungen sehr.

Nun noch die sachliche Fakten für die Theoretiker:

Jakobswege in Deutschland

  • Die Füße schwellen an – es macht Sinn, die Schuhe erst beim Ziel auszuziehen oder ein 2. Paar große Sandalen mitzunehmen
  • Die Hände schwellen an – also früh Ringe ablegen
  • Kopfbedeckung und Sonnenschutz mitnehmen
  • Karte oder Handy nutzen
  • Man braucht gar nicht so viel Essen (Nüsse sind gut), aber immer Wasser
  • 4 ÜN kosteten mich 120 Euro + Essengeld und evtl. Zugticket

Noch ein Filmtipp für alle, die jetzt nicht gleich lospilgern können: „Die Hütte – ein Wochenende mit Gott“ – den habe ich erst nach meiner Reise gesehen, aber gefühlt habe ich mich so ähnlich.

…Der kleine Vogel fühlt sich von seinem Schöpfer geliebt und fliegt und lebt seine Bestimmung – er gehört in die Weiten des Himmels. Und jetzt kann er das auch endlich genießen…

zu wenig Selbstliebe

Ich komme nicht umhin, über die Dinge zu schreiben, die mich beschäftigen – wozu zu wenig Selbstliebe führen kann. Es werden gerade eine Menge Menschen in mein Leben gespült, die in einer schwierigen ungesunden Beziehung stecken oder steckten. Und immer wieder stoße ich dabei auf das Verhalten von Personen mit narzisstischer Störung. Nun gibt es dazu ja eine Menge Anregungen im Internet, aber so viele Menschen wissen darüber nicht Bescheid und ich möchte das Ganze auch von einer anderen Seite beleuchten und werde ein paar Videos verlinken, die hilfreich sind.

Anfänglich muss ich vielleicht erklären, was einen Menschen als Narzisst auszeichnet (das können Frauen und Männer sein). Dabei beziehe ich mich hier nicht auf die positiven Eigenschaften wie Kontaktfreudigkeit oder rhetorisches Talent, weil sie nur zum Blenden benutzt werden:

  • er/sie hat einen übersteigerten Wunsch nach Bewunderung
  • er/sie ist egoistisch oder egozentrisch
  • er/sie wertet den Anderen ab
  • er/sie kontrolliert sein/ihr Gegenüber
  • er/sie isoliert den Partner von anderen Menschen
  • er/sie hat allein Recht
  • er/sie macht keine Fehler und braucht sich deshalb auch nicht entschuldigen – mangelnde Kritikfähigkeit
  • er/sie kann nicht vergeben, einmal gekränkt und du wirst zum Feind erklärt, der in die Knie gezwungen wird
  • er/sie ist neidisch – ständiges Konkurrenzdenken
  • hohe Empfindlichkeit auf die eigene Person (schwaches inneres leeres Selbst)
  • er/sie überschreiten dauernd die Grenzen der Anderen
  • fehlende Empathie – er/sie lebt von deinen Emotionen, denn sie können nur Emotionen vortäuschen, um an ihr Ziel zu gelangen, sie sind innerlich leer
  • er/sie erzählt sehr viel – die Taten fehlen!
  • weitere Infos gut zusammengefasst
  • hilfreiche Tipps
  • 4 Punkte

Narzissten sind nicht glücklich und tragen viel unverarbeiteten, zum Teil weit zurückliegenden Schmerz in sich. Sie haben ihre Emotionen abgespalten. Sie haben ein geringes Selbstbewußtsein und müssen sich aufwerten, indem sie andere abwerten. Aber die Opfer/Co-abhängigen Partner stehen so im Nebel, dass sie es nicht erkennen können. Da der Prozeß schleichend vonstatten ging und sanfte, leidende und manipulative Techniken angewandt wurden bis hin zu Mobbing und lauten Wutausbrüchen ist die ganze Bandbreite dabei. Wenn die Kontrolle zunimmt, kann das ein Zeichen sein, dass der Narzisst selbst schon aus der Beziehung ausgestiegen ist. Da er sich das aber nicht eingestehen kann, denn er macht ja keine Fehler, spiegelt er dieses Verhalten und wirft es dem Partner vor. Deshalb muss dieser noch mehr kontrolliert werden.

Der Partner hofft über Jahre, dass sich etwas ändert und diese Hoffnung wird benutzt. Man spricht von emotionalem Mißbrauch – eine sehr schwere Form des Mißbrauchs, weil sie so hinterhältig und nicht greifbar ist. Wenn der Narzisst den Partner erst einmal isoliert hat, können Freunde auch nicht mehr aufdecken, was für ein schräges Spiel da gespielt wird und dass das Ganze nichts mehr mit Partnerschaft zu tun hat. Nicht umsonst werden solche Beziehungen als „vergiftet“ bezeichnet. Wenn man das Ganze geistlich betrachtet, stellt man fest, dass keine von diesen Eigenschaften irgendetwas von Gottes Wesen in sich tragen, sondern die Menschen von einem Geist des Unfriedens getrieben sind. Aber Gott hat sich Beziehung definitiv anders gedacht:

Als Unterstützung, als ein Miteinander durch gegenseitigen Respekt mit Geben und Bekommen, um Freude und Leid teilen zu können, um gemeinsam zu lachen, um zu lernen, um zu lieben und Liebe tut nicht weh – sie fügt keinen Schmerz zu.

wertvolle Gedanken dazu aus der Gedankenwelt

Was kann man bei einem Co-Abhängigen erkennen – er steht im Nebel:

  • Unverständnis, was eigentlich geschieht
  • du traust deinen eigenen Gefühlen nicht mehr
  • da ist eine ständige Ambivalenz
  • du übernimmst dauernd Aufgaben für andere
  • du fragst dich, was an dir falsch ist, dass deine Beziehung so schlecht läuft
  • du lügst, weil es von dir verlangt wird
  • deine Gefühlslage hängt stark von der Stimmung deines Partners ab
  • du fühlst dich angesichts der Lage völlig hilflos
  • du gibst dein Sozialleben/Hobbys/dich selbst auf
  • du hast das Vertrauen in den Partner verloren und manchmal sogar Angst vor ihm
  • du fühlst dich für die Situation verantwortlich und suchst sämtliche Schuld bei dir
  • die Belastung macht sich bei dir bereits körperlich bemerkbar
  • du übernimmst unbewußt seine/ihre Verhaltensweisen

Für jemanden, der das nicht erlebt hat, klingt das alles seltsam. Aber wenn du auf Menschen triffst, die so im Neben stehen, wird dir klar, dass hier wirklich Hilfe nötig ist. Sie tragen alte Wunden in sich, sonst würden sie sich nicht dauernd wieder und wieder von einem Menschen verletzen lassen, ohne sich zu entfernen. Du möchtest sie schütteln oder umarmen oder irgendetwas tun, damit sie sehen, wie schräg dieses Leben ist, was sie führen. Nur ist der Knackpunkt, dass sie selbst rauswollen müssen.

Wenn es dich schmerzt oder du es ignorierst und es nicht bei dir ankommt, wenn dir jemand etwas nettes sagt, dann steckst du schon viel zu lange in einer vergifteten Beziehung. Wenn du über Jahre hoffst, dass sich der Partner ändert und er es nicht tut, dann wird er es auch in Zukunft nicht tun, weil er es nicht will. Das ist kein Unvermögen sondern Lieblosigkeit dir gegenüber. Wenn du in die Beziehung investierst und kompensierst und nichts zurückkommt, dann macht es keinen Sinn zu bleiben, weil es dich deine ganze Kraft kosten wird bis nichts mehr übrig ist. Es macht Sinn, den Narzissten sich selbst zu überlassen. Du solltest bei einer Trennung weise vorgehen und eine Strategie und gute Freunde in der Hinterhand haben. Aber dann hat er eine Chance, sich mit sich auseinanderzusetzen und vielleicht gibt es dann einen Zerbruch (Verlassenwerden und Enttarntwerden triggern den Narzissten am meisten und können zu Panik und extremer Wut führen) und einen Neuanfang, aber nicht, solange er ein Opfer hat, an dem er sich auslassen kann. Video

Und noch ein Wort zum Thema Kinder:

Ja, die meisten sagen, dass man lieber zusammenbleibt, um der Kinder willen. Die Kinder leben in diesem Klima und nehmen das als Grundlage für ihre eigene Beziehung mit in ihr Leben. Das heißt, wenn es ganz schlecht läuft, werden sie das Muster übernehmen und sich unbewußt einen narzisstischen Partner suchen – weil sie nur das kennengelernt haben. Das will doch niemand. Aber das ist der Preis, denn Kinder spüren, dass da etwas nicht stimmt und sie lernen, ihrem eigenen Gefühl nicht zu vertrauen – eine ganz schlechte Grundlage fürs Leben…

Gibt es Auswege? Ja! Befasse dich dringend mit dem Thema! Geh raus aus der Isolation! Geh unter Menschen, rede mit ihnen über deine Fragen, über das, was sich so komisch und ambivalent anfühlt. Lass dir zeigen, wie das Leben eigentlich laufen sollte. Suche dir Hilfe, auch mit der Scham, gescheitert zu sein und etwas nicht geschafft zu haben. Wir alle scheitern und nur das ist wirkliche Größe, wenn man sich und anderen seine Fehler eingestehen kann und sie beim Namen nennt anstatt zu vertuschen.

Hier gibts das Ganze in lyrischer Form:

Blickwinkel

Und falls bei dir die Frage aufkommt, warum genau dir das alles passiert?

Da gibt es keine Pauschalantwort, nur Erklärungsversuche. Sicher wirst du fündig, wenn du ein bisschen in deiner Vergangenheit und Familiengeschichte wühlst. Und außerdem sollte dieser Partner dir helfen, zu dir zu finden, dich selbst lieben zu lernen und Verständnis für andere zu entwickeln. Wenn du das bearbeitet hast und da durch bist, wirst du ein wertvoller, barmherziger Mensch sein, der gut mit anderen umgeht.

Also, wenn dich das hier in irgendeiner Form angesprochen hat, dann fange an, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen. Such dir Menschen zum Reden und befasse dich mit dir und sei  dir selbst ein guter Freund. Wenn du Respekt vor dir hast, dann wirst du dir nicht mehr wehtun lassen…und das ist ein Anfang.

Folgende Videos finde ich sehr hilfreich,

denn Co-Abhängige werden nicht von einem Tag auf den anderen frei. Es ist ein schmerzhafter und langwieriger Prozess. Ich weiß, wovon ich rede…

Martin Uhlemann:

der gute Riccardi:

noch wertvoller finde ich allerdings einige andere Videos von ihm, wo er sagt, wie jeder zu sich selbst finden kann. Denn darum geht es – sich nicht anpassen und das Leben eines Anderen leben, sondern zu sich selbst finden und zu sich stehen:

Kümmere dich gut um dich. Verzeih dir selbst, dass du gescheitert bist. Auch Gott verzeiht dir, er liebt dich – echt – und er hat dir alles gegeben ohne etwas von dir haben zu wollen. Er hat schon gelitten, hör also auf zu leiden und finde deine Bestimmung im Leben. Dazu habe ich schon einiges geschrieben:

Pflanzen und Menschen zum Aufblühen bringen

5 Jahre Blog – zurück zu den Wurzeln – der Weg als Ziel

Wenn du Fragen hast, schreibe gern. Ich habe Zeit und veilleicht sogar ein paar Antworten oder zumindest Ideen. Und, ich kann dich verstehen, egal wie schräg sich dein Leben für dich anfühlt…

5 Jahre Blog – zurück zu den Wurzeln – der Weg als Ziel

Vor 5 Jahren startete ich diesen Blog: Wert der Natur – zurück zu den Wurzeln. Es war ein kleiner angstvoller Start und doch der Beginn einer wundervollen Reise, deren Ziel der Weg war. Ich begann einfach und nun bin ich gefühlt endlich an den Wurzeln angekommen – 5 Jahre und einige Umwege später und der Weg geht weiter – immer tiefer möchte ich meine Wurzeln in den Boden graben, lernen und weiter ins Licht emporwachsen – mich von Gott ausfüllen lassen. Da gibt es doch wirklich Menschen, die keine Zeit für die Natur haben, sie verpassen so viel:

Naturbilder und Gedanken

Bei einem meiner Waldspaziergänge entdeckte ich so viele Bilder, dass ich sie mit dir teilen möchte – vielleicht siehst du sie ähnlich oder auch ganz anders und kannst sie mit in dein Leben nehmen und weiterdenken.

Augenbaum auf www.wertdernatur.de

Manchmal denke ich: meine Augen werden hier einfach nicht satt. Dieser Baum erinnerte mich daran, dass es ab und an sinnvoller ist, mit dem Herzen zu sehen. Unsere Augen sind so schnell vom Äußeren abgelenkt. Unser Herz kann manchmal tiefer sehen und unseren Augen helfen, den Blickwinkel zu ändern.

Herzschlag des Baumes auf www.wertdernatur.de

Hast du schon einmal einem Specht gelauscht – mit dem Ohr an dem Baum, an dem der Specht klopft? Es klingt wie der Herzschlag des Baumes – sehr faszinierend, aber hier kann ich das gar nicht wiedergeben…..

Zartheit auf www.wertdernatur.de

Dann sah ich da diese kleinen Pflänzchen – normalerweise läuft man einfach vorbei oder sogar drüber. Aber manchmal, wenn man sich Zeit nimmt, dann schaut man sie an und sie lehren dich, dass Verletzlichkeit und Zartheit im Leben wertvoll ist. Der Gegensatz zu Stärke und Perfektionismus. Diese Pflänzchen erklären die Einfachheit wieder zu etwas Wertvollem und lehren uns Genügsamkeit und Dankbarkeit.

Aufeinmal begegnete mir der erste gelbe Schmetterling – zauberhafte Leichtigkeit und Schönheit weckten in mir Freude und tiefe Zugewandtheit dem Leben gegenüber – einfach weil er da war. Er tat ja nichts außer rumflattern und meine Augen erfreuen. Er erinnert mich an Menschen, die ich so gern in meinem Leben habe und festhalten würde. Ich mag ihre Gedanken und ihre Lebendigkeit und doch liegt der Zauber darin, sie nicht zu halten, sondern sie freizusetzen, damit sie ihren eigenen Weg gehen und sich in ihrer Geschwindigkeit weiterentwickeln können. Der Gedanke, einen Schmetterling zu fangen kommt aus der Gier in uns, Macht auszuüben und zu kontrollieren – vielleicht auch aus Angst, weil wir uns nicht über uns selbst definieren, sondern eben über den anderen. Aber es tut weder dem anderen noch einem selbst gut. Es zerstört die Beziehung. Loslassen tut immer wieder auch weh und doch ist es wichtig für unser Dasein. Denn wenn wir erleben, wie gut es tut, wenn uns jemand freisetzt, dann gönnen wir das auch dem Anderen.

Loslassen auf www.wertdernatur.de

Immermal stoße ich auf Unverständnis und fehlendes Wohlwollen bei Menschen in meinem Umfeld und es gibt keine Lösung auf den ersten Blick. Das tut weh und dann zieht es mich in den Wald – zu starken Bäumen, die nicht aufgeben und dem Wind und Sturm trotzen, die Narben haben und Rückschläge erleben, aber ihre Wurzeln daraufhin nur tiefer in die Erde graben und sich weiter dem Licht entgegenstrecken. Bäume, die die anderen leben lassen und den Baum neben sich nicht als Konkurrenz sehen, sondern jedem sein individuelles Wachstum lassen. Die sich gegenseitig auffangen, wenn einer dem Sturm nicht standhalten kann.

wohlwollende Bäume auf www.wertdernatur.de

Die den Anderen stehenlassen, auch wenn er eigenartig ist und nicht so richtig zu den anderen passt. Wer weiß, was er für eine Geschichte hat und warum er sich so entwickelt hat? Sie fällen kein Urteil darüber.

eigenartige Bäume auf www.wertdernatur.de

Bäume erlebe ich als wohltuend, wie gut würde diese Eigenschaft auch uns Menschen dauerhaft stehen – Barmherzigkeit, Güte und Wohlwollen, davon brauchen wir mehr im Alltag. Ich habe meinen Schmerz darüber einfach im Bestattungswald begraben – ein schöner friedlicher Ort, um Ärger, Wut, Mißtrauen und Traurigkeit zu begraben und mit Leichtigkeit und Frieden im Herzen dem Leben zugewandt wiederzukommen.

Das Thema Wurzeln fasziniert mich sehr. Es ist gut, im Heute zu leben, aber wir brauchen diese Weitsicht, warum es sich lohnt, für Dinge zu kämpfen oder Schwieriges auszuhalten.

Wurzeln auf www.wertdernatur.de

Dieser Baum hatte es nicht leicht im Leben. Aber er suchte immer weiter, bis er ein bisschen Erde zwischen den Steinen fand, wo er wurzeln konnte. Es ist gut, wenn wir suchen: nach dem Sinn, nach dem Warum oder dem Wohin. Wenn wir tiefe Zufriedenheit und Frieden finden, egal, wie unsere Umstände sind, dann haben wir Gott gefunden. Er ist jedenfalls da, egal, ob wir ihn suchen oder nicht. Und er meint es gut mit dir und mit mir. Und selbst, wenn nichts mehr geht und wir auf der Nase liegen, weil wir so gut wußten, wo wir hinwollten und es nicht funktioniert hat,…

gefallener Baum auf www.wertdernatur.de

…dann ist er da – mitten im Fallen, möchte er dich auffangen, wenn du es zuläßt und schenkt neues Leben – neue Wurzeln, ein neues Herz, neues Sein.

Vielleicht fühlst du dich gerade wie dieses Stück Holz – völlig am Ende mit deiner Kraft? Müde und gelähmt vom ständigen Hetzen durch den Alltag und vom Kampf um irgendetwas? Verletzt und einsam? Das einzig sinnvolle ist dann, sich mit weichem grünem Moos zu umgeben -„kleiner Mooshügel“ –

umgeben von weichem Wohlwollen auf www.wertdernatur.de

– sich dem Alleinsein zu stellen und maximal wohlwollende Menschen an dich heranzulassen und in Ruhe zu heilen. Wer weiß, was dann aus dir wird? Nimm dir Zeit für dich, für die Natur, für Gott, dann wird es Leben und Wachstum im Überfluß geben und deine Umgebung wird staunen. Dies alles sind keine Ratschläge (wer braucht die schon?), sondern darf dich ermutigen, auf dem Weg unterwegs zu sein – so wie viele, mit Fragen, Ideen, Sorgen – lass es raus…

…geh wieder in die Natur….zurück zu deinen Wurzeln und nutze alles, was dir begegnet, um zu lernen :-).

Pflanzen und Menschen zum Aufblühen bringen

Ich habe mich oft gefragt, warum es mir so eine tiefe Zufriedenheit gibt, in der Erde zu buddeln, dem Leben beim Erwachen zuzusehen und zu staunen, wie Pflanzen groß und stark werden und sich entfalten, um in ihrer vollen Schönheit zu erblühen. Gehts dir ähnlich? Vielleicht, weil es so viel einfacher ist, als Menschen zum Aufblühen zu bringen? Doch auch das fasziniert mich und wird mir immer wichtiger. Lass dich also mal kurz auf dieses Gedankenspiel ein, auch wenn es teilweise hinkt:

Entfaltung auf www.wertdernatur.de

am Anfang

aufblühen auf www.wertdernatur.de

beim Aufblühen

Menschen und Pflanzen brauchen gute Bedingungen, um sich zu entfalten. Es braucht Wärme und Wohlwollen, Nahrung, Geduld und einen freien Raum zum Wachstum. Denn nur, wenn Freiheit für Entwicklung da ist, kann Wachstum entstehen und dann gibt es Blüten und Früchte. Einengung, Druck, Erwartungen und Kontrolle ist wie ein Dahinvegetieren zwischen Disteln und Dornen – man braucht eine Menge Kraft und wird nur sehr spärlich blühen. Wir können also in einer ruhigen Minute unser Leben anschauen und hinterfragen, ob Streit, Hektik, Lärm, immer irgendetwas zu tun und dauernd nur im Außen unterwegs zu sein wirklich gute Bedingungen sind, um zu wertvollen Persönlichkeiten heranzureifen.

Denn bei der Arbeit im Garten fiel mir auf, dass jede Pflanze für sich wächst (von den Schmarotzerpflanzen mal abgesehen). Es ist wichtig, zu entdecken, dass du selbst für dich verantwortlich bist. Wenn du also feststellst, dass dir das Wohlwollen in deiner Umgebung fehlt, dann kannst du nicht dein Umfeld ändern, aber du kannst lernen, Grenzen zu setzen. Die Menschen um dich herum müssen sehen, was dir wichtig ist, was du leisten kannst und was eben nicht geht (ja, man macht sich dabei verletzlich – aber das ist doch wahre Stärke, oder?), sie müssen hören, was deine Bedürfnisse sind und erfahren, was dir nicht gut tut. Man nennt das Selbstfürsorge – das ist lernbar, auch in späteren Jahren :-).

Denn sie werden an deine Grenzen gehen und fordern damit heraus, wie du mit dir selbst umgehst. Wenn ihr eine gute Ebene der Kommunikation habt, werden sie dich respektvoll behandeln und selbst an ihrem Charakter arbeiten. Und so kann sich jeder Stück für Stück entfalten und das ausleben, was Gott in jeden ganz einzigartig hineingelegt hat. Und er ist da und schickt uns immer wieder die Menschen über den Weg, die wir brauchen, um zum Kern zu finden. Tolle Gärtner kennen die Eigenschaften ihrer Pflänzchen und nutzen dies und pflanzen nebeneinander, was gut füreinander ist ( manche Pflanzen vertreiben für andere schädliche Insekten oder begünstigen sich im Wachstum).

Wenn du im Leben Barmherzigkeit erfahren hast, dann wirst du es auch weitergeben können. Wenn du Freiheit geschmeckt hast, wirst du diesen freien Raum auch anderen zugestehen. Wenn du mit deinen Emotionen nicht hinter dem Berg halten musst, wirst du es aushalten, wenn andere ihre Empfindungen äußern  und dies nicht ändern wollen. Es geht immer erst einmal darum, zum eigenen Kern zu finden – die eigenen Themen zu bearbeiten, Grenzen setzen zu lernen, sich den Schmerzen im Inneren zu stellen, damit sie heilen können. Voller Kraft geht deine Reise dann weiter zu den Anderen. Selbstfürsorge ist nicht Egoismus, wenn du immer wieder dein Gegenüber im Blick hast. Allerdings fühlt es sich anfangs sehr egoistisch an, wenn man es neu ausprobiert.

Doch dann hast du wirklich dauerhaft etwas zu geben (du blühst auf und erfreust deine Umgebung),

  • dann erst kannst du zuhören, ohne zu urteilen,
  • deine Meinung sagen, ohne Ratschläge zu erteilen,
  • dann kannst du den Anderen sehen, ohne dich selbst in ihm zu sehen und verwirklichen zu wollen,
  • du kannst Mut machen, ohne das Gegenüber zu bedrängen,
  • vertrauen, ohne etwas zu erwarten und
  • helfen, ohne für den Anderen zu entscheiden (wertvolle Gedanken aus dem Buch über die Liebe von Jorge Bucay – Buchtipp!).

Aufblühen auf www.wertdernatur.de

Und du kannst dich an deinen Mitmenschen erfreuen, ganz ohne Neid, weil es eben unterschiedliche Schönheiten und Begabungen gibt, bei Menschen und auch bei den Pflanzen. …Um die Brücke zum Garten wieder zu schaffen… Schauen wir uns also einmal bewußt den Garten unseres Lebens an: ist er voll Unkraut, Streit und Überforderung oder blüht er in bunten Farben der Ermutigung, Wärme und Lebendigkeit? Das wünsche ich dir von Herzen. Es fängt bei dir an, in deinem Kern. Pack es an, es lohnt sich. Pflanze draussen in der Erde und drin in deinem Herzen. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um Samen zu sähen, um dieses Jahr etwas ernten zu können…

Aller Anfang ist schwer…aber jedem Anfang wohnt auch ein Zauber inne 🙂 und wenn es nur die Hoffnung auf ein bisschen Erwachen und Wachstum ist.

Nette Gedanken und Fragen dazu hat auch dieser Mann: zurück zur Natur und die Gedankenwelt

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Blickwinkel

Blickwinkel auf www.wertdernatur.de

Blickwinkel

Ein wunderbares Bild auf den 1. Blick:

Diese 2 ineinander verschlungenen Bäume, so innig und voll Hingabe sind die anmutigen Baumkronen miteinander verwoben.

Strahlend schön sind sie und unnahbar – nur dem Himmel entgegengestreckt, die Wurzeln halten sie verdeckt.

Man sieht sie nicht und meint,auf sie kommt es nicht so an, denn sie sind unter der Erde gut versteckt.

Die Wurzeln erinnern zu sehr an die Vergangenheit, an altes Leid, da haben wir jetzt keine Zeit, uns damit auseinander zu setzen.

Lieber scherzen wir und freuen uns oder halten eben durch, doch die Kunst liegt im Erhaschen des 2. Blicks:

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Der 1. Baum ist stark und schön,doch wenn du still bist und lauschst,hörst du ihn stöhnen unter der Last der Kompensation,

an die er sich irgendwie gewöhnt hat,

weil es ja keine andere Möglichkeit gibt,

als den sichtbaren Raum der Zweisamkeit

um jeden Preis zu erhalten,

auch wenn Er gefühlt vor Einsamkeit erkaltet.

Ein herber Schlag ist der Blickwinkel von unten: Blickwinkel auf www.wertdernatur.de

Der 2. Baum hat schon vor Jahren seine Wurzeln verloren und sich geschworen, seine schöne Krone auszustaffieren und seine eigenen Entfaltungsmöglichkeiten zu forcieren, so lange der Andere nur standhält.

Dieser 1. Baum darf nicht fallen,das ist essentiell, denn die schon bröckelnde Fassade der internen Schwierigkeiten würde zerschellen und für jeden sichtbar alle Beide entstellen.

Er soll also funktionieren und sich auf seine Aufgabe konzentrieren, er wird immer schön beschäftigt, dann kann er auch nicht über die eigenen Bedürfnisse sinnieren.

Doch wehe, wenn es tatsächlich geschieht und ein Sturm aufzieht und der 1. Baum sich seiner Wurzeln bewußt ist, dann wird nur Er allein dem standhalten. Wenn auch mit Narben und vom Leben gezeichnet, doch durch diese Erfahrungen bereichert, wird er sich entfalten – stark und schön – von innen heraus. Für den 2. Baum, den Entwurzelten, ist es dann aus.

Was lernen wir daraus?

Es gibt Stürme im Leben, und es ist gut, viel Wert auf die Wurzeln der Reflexion zu legen und sie zu pflegen,auch wenn wir für diese zeitintensive Aufgabe gelegentlich belächelt werden, wird uns das zum Segen.

Nachtrag: ein paar Monate später hatte es der Baum geschafft – wie schön – und er blüht auf….

Klosterbesuch – eine stille Reise

Diesen Sommer habe ich einen langgehegten Traum wahrgemacht – ich bin für 3 Tage in ein Kloster gepilgert. Warum, fragst du dich? Das ist eine lange Geschichte.

Seit Jahren habe ich mich in schnellen trubeligen Momenten nach der Stille eines Klosters gesehnt. Wobei ich mich oft fragte, ob ich diese Stille dann tatsächlich aushalten würde. Das wollte ich gern ausprobieren. Ich wollte mich dieser anderen Welt des Verzichts, der Einfachheit und Stille stellen. Und ich wollte schon auf dem Weg dorthin Durchzug in meinem Kopf haben und Abstand zu meinem Alltag gewinnen. Also pilgerte ich – zum 1. Mal. Ich gebe zu, ich hätte vorher mit Profis reden sollen und anderes Schuhwerk nehmen – nun ja, aus Fehlern lerne ich am besten. Ich kam an einem superheißen Tag k.o., aber glücklich im Kloster an und freute mich an meinem Zimmer mit Bett, Tisch und Stuhl und Dusche – was für ein Luxus.

Dann war ich dort und es war still, kein Handyempfang, ich konnte mich also einfach mal nur mit mir und meinen Gedanken auseinandersetzen. Ich kam mit einigen Fragen dort an, auf die ich Antworten suchte. Zu viel Stille im Raum der Stille – ich ging Laufen, um eine Brücke zu schaffen. Keinen, um den ich mich kümmern mußte, nur meine eigenen Bedürfnisse – was wollte ich eigentlich? Ich sprach mit den Schwestern, las mir die Geschichte der Entstehung des Klosters durch. Ich ging wieder laufen. Auf dem freien Feld fielen mir die Dinge wieder ein, die ich vor Jahren leben wollte – was war daraus geworden? Verschüttet im Alltag, zu wenig Mut, keine Kraft – dieser Weitblick war wunderbar, er hatte mir gefehlt – als würde ich von oben auf mein Leben schauen und beschließen, noch einmal von 0 zu starten. Aber dazu muss man mal raus aus der Hast des Alltags, der Geschwindigkeit dieser Gesellschaft, dem Lärm des Tages – hinein in den Raum der Stille – dem Raum in meinem Herzen. Da liegen all die Ideen von Gott wie Schätze verborgen – und finden werden wir sie nur, wenn wir uns Zeit nehmen. Mir wurde neu klar, wie wertvoll es ist, hier schon Zeit mit Gott zu verbringen. Ich fand Antworten auf meine Fragen und ich erholte mich so sehr wie schon lange nicht mehr.

Ich durfte sogar die Terrasse nutzen, da sind einige nette Gedichte entstanden. Mit neuer Dankbarkeit nimmt man auf einmal alles wahr – weil es eben nicht selbstverständlich ist. Die köstlich süßen Brombeeren, die im Weg standen, der kühle Bach in der Mittagshitze, das Essen, was die Schwestern für mich kochten, die Natur um mich herum. Ich werde einen Klosterbesuch fest in meinen Jahresplan einbauen, das habe ich dort entschieden und freue mich schon auf das nächste Mal. Es war sooooooo schön.

„Loslassen“

Wir neigen dazu, unser Herz viel zu schnell an etwas zu hängen

und bemängeln dann, wir kommen nicht voran,

deshalb müssen wir uns wohl lösen.

Wie oft schleppen wir Ballast mit uns herum,

wie dumm, zu meinen, wir benötigen das alles.

Zum Überleben? Zum Glücklichsein?

Zum Vorwärtsstreben? oder einfach nur allgemein,

weil es zum Wohlstand dazugehört?

Verstört uns das nicht, dass wir scheinbar so viel brauchen?

Sind wir bereit,

Gewohnheiten, Menschen und Sachen loszulassen

und uns mit neuen Trampelpfaden zu befassen?

Denn eigentlich wissen wir doch längst,

dass Gott der Geber aller Gaben ist und uns nicht im Stich läßt.

Wann immer wir etwas aufgeben, was uns wichtiger ist als er,

wird er uns viel mehr schenken, als wir ahnen…

Nestbau e.V. – Urvertrauen geben, Wertschätzung leben

Heute möchte ich über Nestbau e.V. berichten – wie wir Urvertrauen geben können und Wertschätzung im Alltag leben. Es hat nur entfernt mit Natur zu tun, eher mit der Natur des Menschen bzw. sich zurück zu den Wurzeln zu bewegen. Die Wurzeln eines jeden Menschen liegen tief verankert in Beziehung – im Lernen von Urvertrauen. Es ist so wichtig, dieses Urvertrauen zu vermitteln, weil das in jeder Lebensphase entscheidend ist und prägt – dich und deine Umgebung. Dafür braucht es eine gute und sichere Bindung zu einer Bezugsperson. Dort lernst du zu empfangen, weil du es wert bist, nicht, weil du es verdient hast. Dort hast du Sicherheit, genug, um irgendwann die Welt zu erkunden und Zuversicht zu lernen, mit Schwierigkeiten und Herausforderungen umzugehen. Dadurch lernst du, eigene Initiative zu ergreifen. Wir alle sind nicht perfekt und machen Fehler, aber wir können unsere Kinder lehren, dass Fehler Helfer sind und wir durch sie zu stärkeren Persönlichkeiten werden.

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Ich habe das mit meinen 2 Kindern gelebt, sie hatten die Mama die ersten 3 Jahre für sich und ich möchte diese Zeit nicht missen:

  • Zeit, um mein Kind zu entdecken und kennenzulernen,
  • Zeit für gemeinsame Aktivitäten,
  • Zeit für die Beziehung, die niemals verloren ist,
  • Zeit, um zu prägen und Gutes in mein Kind hineinzulegen,
  • Zeit in einer Gesellschaft, in der Zeit Gold ist und keiner mehr welche hat.

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Ich finde die Idee und Umsetzung von Nestbau e.V. wirklich toll. Deshalb wünsche ich mir, dass es bald eine Außenstelle hier in Dresden gibt (momentan findet ihr sie nur in Chemnitz). Vielleicht liest du das und denkst, das würde dich näher interessieren, um dich einzubringen oder Nestbau zu unterstützen, finanziell, durch Weitererzählen oder durch eine Familienpatenschaft. Dann mache ich dir Mut, das Team anzuschreiben. Nur wenn jeder Einzelne die Ideen und Begabungen lebt, die in ihn hineingelegt sind, wird es für viele zur Hilfe und zum Wachstum verhelfen.

Noch ein kleiner Buchtipp am Rande: „Die größere Perspektive“ von Ursula und Manfred Schmidt. Da werden die Lebensphasen schön beschrieben, was wir brauchen und was geschieht, wenn wir andere Lebensumstände haben. Weiter geht es darum, wie wir zur geistlichen Reife hinwachsen können, weil Gott aus allen Schwierigkeiten in unserem Leben Gutes wachsen lassen kann.

Spannung aushalten vor Ostern – Aussteiger gesucht

Aussteiger gesucht - Gedanken zu Spannung auf www.wertdernatur.de

Ich suche Aussteiger – in verschiedenen Richtungen. Schau mal, ob das hier ein Übungsfeld für dich ist:

Bald ist Ostern und da wollte ich ein paar Gedanken zum Thema Spannung mit dir teilen. Dezember 2016 fiel mir krass auf, wieviele Leute ihre Geschenke vor dem Fest öffneten und das ganz normal fanden. Sie hatten natürlich immer Erklärungen, die aber sehr fadenscheinig waren. Besondern wenn es um Kinder ging, hörte ich oft: ach das ist doch so schwierig zu warten.

Da fragte ich mich, wie wir unseren Kindern beibringen wollen, Spannung auszuhalten, Geduld zu lernen, sich richtig zu freuen, wenn wir selbst es nicht schaffen, unsere Geschenke ein paar Tage stehen zu lassen, auch wenn wir sie schon vor Weihnachten bekommen. Und doch ist es so wichtig, sich nicht immer gleich jeden Wunsch zu erfüllen, weil man unzufrieden und unersättlich wird. Und da alles ein Prozess des Lernens ist, wäre Ostern ein gutes Übungsfeld für dich und deine Familie. Ich finde Vorfreude etwas ganz wertvolles – dieses Überlegen, was der andere sich ausgedacht hat, um einen lieben Menschen zu überraschen. Die Geheimniskrämerei, die Sehnsucht, diese wichtige Spannung eben, die uns hilft, Wünsche zu formulieren, Träume zu entwickeln, und uns um so mehr zu freuen, als wenn alles schnell irgendwann angeschaut und noch schneller wieder in die Ecke gelegt wird. Wir legen alle Geschenke, die wir bekommen, unter den Baum bzw. an Ostern auf einen Tisch und spinnen rum, was drin sein könnte. Das möchte ich nicht missen.

Mir ist es auch wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass die Zeit, die wir miteinander an solchen Festtagen verbringen, etwas wertvolles ist – und nicht nur die Geschenke. Und an Ostern ist es mir besonders wichtig, Jesus in den Mittelpunkt zu stellen – er ist das größte Geschenk in unserem Leben.

Ich hoffe, ich konnte dich nachdenklich stimmen und würde mich freuen, wenn du deine Familienzeremonien überdenkst und vielleicht etwas Eingefahrenes änderst. Gern kannst du Kommentare hinterlassen. Sicher schreien die Kinder nicht gleich hurra, aber sie brauchen starke Eltern, die ihnen etwas mitgeben: „Wurzeln und Flügel“.

Das Bild mit den Pinguinen ist ein Zeichen, dass es Freude macht, mit Essen zu spielen. Du kannst sie als Postkarte hier bei mir bestellen.