Holunder – eine wunderbare, lehrreiche Gabe

Ich habe ja schon beschrieben, was man mit den Blättern und den Blüten des Holunderstrauches im Frühjahr anstellen kann. Heute geht es um die Holunderbeeren, die im August und  September schwarz geerntet werden. Da wird mir ganz wehmütig ums Herz, denn sie erinnern an das Ende des Sommers – wenn die knall-bunten Farben verblassen und der Duft des Sommers zu entschwinden droht. Und die Ernte war kärglich, es fehlte der wohltuende warme Sommerregen…wie sehr ich ihn vermisse!Holundersuppe auf www.wertdernatur.de

Hoffen wir also auf den Herbst! Wenn man so durch die Gegend streift, um Holunderbeeren zu suchen, kann man seine Gedanken schweifen lassen. Ich dachte so an den Herbst, die Zeit der Reife. Bei den Früchten ist das eine leckere Angelegenheit. Wir Menschen tun uns mit dem Reifen schwer, weil es uns immer etwas kostet, aber es macht am Ende dankbar (). Wenn ich mich auf meinem Weg zur Authentizität anschaue, entdecke ich, dass mich immer wieder die Suche und die Fragen weiterbringen, diese Zeit zum Reflektieren, Sinnieren und die Suche nach meiner Bestimmung. Und unser Schöpfer ist da, in jedem Augenblick, auf jedem Schritt des Weges. Weil wir von ihm erdacht sind, gibt es eine Idee für unser Leben. Die finden wir nicht im Außen, sondern innen, wenn wir suchend auf dem Weg sind. Zwei entscheidende Fragen dabei sind, ob wir uns selbst annehmen und glauben, dass wir geliebt werden? Dabei hilft es, alte schmerzhafte Erfahrungen durch neue, gute zu überschreiben. Wenn wir da vorankommen, achten wir unseren Wert und kümmern uns nicht mehr um Ambivalenz, die schwierigen Umstände oder die eigene Bedürftigkeit, sondern stellen uns unseren Ängsten. Dazu muss ich allerdings erst einmal entdecken, wo ich bedürftig bin und welche Ängste ich mit mir rumschleppe. Weil es beim Reifen um mich und meine Reaktion geht und erstmal nicht um die Anderen. Manchen Dingen muss man sich allein stellen und Lösungen finden, wie ein Krieger des Lichts (Coelho ).Und erst nach dieser Reise ist man bereit, ein zu Hause zu suchen: Denn wenn man weiß, wer man ist, möchte man dort sein, wo „Flügel zum Fliegen, Wurzeln zum Zurückkehren und Gründe zu bleiben geboten werden“ (den Satz habe ich gelesen und mir nicht selbst ausgedacht – es ist wunderschön ausgedrückt, nicht wahr?!) Dann ist es wertvoll und hilfreich, mit anderen unterwegs zu sein, die auf dem gleichen Weg sind, denen man auf Augenhöhe begegnen und von denen man lernen kann, ohne sich selbst zu verlieren oder dem Anderen etwas aufzudiktieren. Sorry für diesen kleinen bildhaften Exkurs, die Natur lehrt mich so viel und manchmal muss ich das teilen, auch wenn es vielleicht nicht für jeden verständlich ist.

Holundersuppe auf www.wertdernatur.de

Köstlichkeiten aus Holunder:

Noch haben wir ja Sommer und befassen uns heute mit dem reifen Holunder, zu dem ich eine besondere Verbindung habe! Unreif und roh ist er durch den Bestandteil Sambunigrin ungenießbar, ich habe es als Kind ausprobiert und es war gar nicht lustig (Übelkeit und Erbrechen). Diese Bestandteile zerfallen jedoch bei Hitze (ca. 15 min. kochen). Holunder muss eben nur geduldig weichgekocht werden, damit er den Menschen bekömmlich ist. Dann wird aus ihm eine wunderbare Köstlichkeit wie: eine sehr leckere Suppe, Saft (daraus macht man den Glühwein im Winter), Marmelade (besonders toll mit Äpfeln oder Birnen), Hustensaft oder Sirup und Likör( bitte auch erst die Beeren kochen).

Man kann die Holunderbeeren auch trocknen und als Tee verwenden. Sie färben alles kräftig rot und sie duften.Holundersuppe auf www.wertdernatur.de

Holunderbeeren enthalten Vtamin C und A, Eisen und Zink. Sie wirken bei Erkältungen schweißtreibend und fiebersenkend.

 

 

Holundersuppe auf www.wertdernatur.deHolunderbeersuppe mit Röstis

  1. ca 10 Dolden Holunderbeeren
  2. 1 l Wasser
  3. 2 Prisen Salz, Zucker je nach Geschmack, 1/2 Zitrone, Zimt
  4. bei Bedarf 1 Schluck Weißwein und 200 g Apfelmus, evtl. geschnittene Fruchtstückchen von Birne/Apfel, evtl. Schlagsahne, evtl. Röstis
  5. Stärke zum Andicken
  • als erstes einen Saft kochen (Beeren von den Stielen zupfen geht am besten mit einer Gabel und mit Wasser 20 min kochen – eingekocht im Winter haltbar)
  • abkühlen lassen
  • Beeren im Sieb auffangen
  • Zimt, Zucker, Zitrone, zugeben und aufkochen
  • diesen Saft könnte man jetzt heiß in Flaschen füllen oder
  • geschnittenes Obst und Weißwein, Apfelmus, Salz zugeben und nochmals 15 min. kochen
  • Röstis braten
  • mit Stärke andicken und mit z.B. Schlagsahne servieren

Holundersuppe auf www.wertdernatur.de

Holunderbeerhustensaft oder Sirup für Desserts

  • wie oben verfahren, nur hier wesentlich mehr Zucker zugeben und einkochen lassen, bis es ein dickflüssiger Sirup ist (Verhältnis Wasser und Zucker 2:1)

Holunderlikör auf www.wertdernatur.de

So, ausprobieren, sich nicht scheuen zu experimentieren und dann erfreuen. Wenn was schief geht, einfach von vorn beginnen.

Auf gehts 🙂

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