Blickwinkel

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Blickwinkel

Ein wunderbares Bild auf den 1. Blick:

Diese 2 ineinander verschlungenen Bäume, so innig und voll Hingabe sind die anmutigen Baumkronen miteinander verwoben.

Strahlend schön sind sie und unnahbar – nur dem Himmel entgegengestreckt, die Wurzeln halten sie verdeckt.

Man sieht sie nicht und meint,auf sie kommt es nicht so an, denn sie sind unter der Erde gut versteckt.

Die Wurzeln erinnern zu sehr an die Vergangenheit, an altes Leid, da haben wir jetzt keine Zeit, uns damit auseinander zu setzen.

Lieber scherzen wir und freuen uns oder halten eben durch, doch die Kunst liegt im Erhaschen des 2. Blicks:

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Der 1. Baum ist stark und schön,doch wenn du still bist und lauschst,hörst du ihn stöhnen unter der Last der Kompensation,

an die er sich irgendwie gewöhnt hat,

weil es ja keine andere Möglichkeit gibt,

als den sichtbaren Raum der Zweisamkeit

um jeden Preis zu erhalten,

auch wenn Er gefühlt vor Einsamkeit erkaltet.

Ein herber Schlag ist der Blickwinkel von unten: Blickwinkel auf www.wertdernatur.de

Der 2. Baum hat schon vor Jahren seine Wurzeln verloren und sich geschworen, seine schöne Krone auszustaffieren und seine eigenen Entfaltungsmöglichkeiten zu forcieren, so lange der Andere nur standhält.

Dieser 1. Baum darf nicht fallen,das ist essentiell, denn die schon bröckelnde Fassade der internen Schwierigkeiten würde zerschellen und für jeden sichtbar alle Beide entstellen.

Er soll also funktionieren und sich auf seine Aufgabe konzentrieren, er wird immer schön beschäftigt, dann kann er auch nicht über die eigenen Bedürfnisse sinnieren.

Doch wehe, wenn es tatsächlich geschieht und ein Sturm aufzieht und der 1. Baum sich seiner Wurzeln bewußt ist, dann wird nur Er allein dem standhalten. Wenn auch mit Narben und vom Leben gezeichnet, doch durch diese Erfahrungen bereichert, wird er sich entfalten – stark und schön – von innen heraus. Für den 2. Baum, den Entwurzelten, ist es dann aus.

Was lernen wir daraus?

Es gibt Stürme im Leben, und es ist gut, viel Wert auf die Wurzeln der Reflexion zu legen und sie zu pflegen,auch wenn wir für diese zeitintensive Aufgabe gelegentlich belächelt werden, wird uns das zum Segen.

Nachtrag: ein paar Monate später hatte es der Baum geschafft – wie schön – und er blüht auf….

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