selbst hergestellte Zahncreme ohne Fluorid und Sorbitol in 3 Minuten

Geschichte der Zahncreme

Es gab nicht schon immer Zahncreme aus der Alu-oder Kunststofftube mit Zuckeraustauschstoffen, Fluor und vielen noch so spannenden Inhaltsstoffen.

Früher – also vor ca. 2000 Jahren im alten Rom, begann die Geschichte der Zahncreme. Erst benutzte man Zahnpulver zum Abreiben des Zahnbelages. Dann gab es eine Rezeptur, die heute niemand empfehlen würde. Zahncreme wurde u.a. aus Honig, Salz und zerstoßenem Glas hergestellt.

1850 fügte der Zahnarzt Dr. W.Sheffield in New London der damaligen Zahnseife Glycerin hinzu und erfand die Zahnpasta. Die meisten Zahncremes des 19. Jahrhunderts wurden z.B. mit Karmin rot eingefärbt, um dem Schönheitsideal von rotem Zahnfleisch und Lippen zu folgen.

Heute befinden sich in unseren Zahncremes Putzkörper, Schaumbildner, Feuchthaltemittel, Geschmacks- und Aromastoffe, Zucker oder Sorbitol,  Konservierungsstoffe sowie Farb- und andere Zusatzstoffe wie z.B. Fluoride.

Vorrede

Ich habe lange nicht darüber nachgedacht, womit ich mir die Zähne putze. Aber inzwischen möchte ich auch auf diesem Gebiet selbst entscheiden, was ich für meinen Körper benutze. Darum ist dieser Tipp für diejenigen, die mal probieren wollen, ob man wirklich Fluor, Tenside und Sorbitol und die ganzen anderen Zusatzstoffe in der Zahncreme braucht oder nicht. Wenn du dich weiterführend mit dem Thema Fluoridierung befassen möchtest, kannst du hier weiterlesen. Dann hast du vielleicht noch mehr Lust, eine eigene Zahncreme herzustellen.

Mein erstes Rezept mit Natron, was man häufig im Internet findet, hat mich geschmacklich und von der Handhabung her nicht überzeugt.

Hier kommt also mein Rezept für eine Zahncreme, die nur das nötigste und wichtigste für unsere Zähne und das Zahnfleisch enthält und die sich, meiner Meinung nach, im Alltag bewährt. Du bekommst alles in der Apotheke oder im Internet, anfangs ist es ein größerer Einkauf, aber damit kommst du laaaange hin. Und: das Anrühren dauert nur maximal 3 Minuten und man spart viel Verpackungsmüll!

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Rezept für eine Zahncreme (reicht für ca. 1 Monat, je nach gebrauchter Menge):

Das Grundrezept findest du grün gekennzeichnet. Alles andere ist zum Verfeinern bzw. für eine gute antibakterielle Wirkung.

  • 10 g Calciumcarbonat (Schlämmkreide) – dient als sanftes Scheuermittel, hilft bei der Entfernung von Plaque ( für wenig Geld in der Apotheke)
  • 8 g Kieselsäure – wichtiger Aufbaustoff für die Zähne + Zahnfleisch, verbessert die Konsistenz ( der Hersteller gibt an, dass die Verpackung nach Anbruch im Kühlschrank nur 4 Wochen haltbar ist – warum, konnte mir nicht begründet werden )
  • evtl. 2 Trpf. Stevia – sorgt für den angenehmen Geschmack (Bioladen oder bei Herbathek), kann man nebenbei auch als Süßungsmittel für Backwaren oder Getränke nutzen
  • 4 ml Glycerin – hilft gegen Austrocknen der Zahnpasta (erhältlich in Apotheke)
  • evtl. 10 Trpf. Salbeiöl – wirkt entzündungshemmend (bei Herbathek erhältlich) oder getrocknete und zerstossene Salbeiblätter (dann wird die Zahncreme nach 1-2 Tagen leicht grau und bleibt nicht weiß)
  • 4 Trpf. ätherisches Minzöl (bei Herbathek erhältlich)
  • 2 Trpf. Myrteöl (wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und antibakteriell) (erhältlich in der Apotheke oder bei Herbathek)
  • 1-2 Trpf. Teebaumöl (wirkt desinfizierend)
  • evtl. 3 g Xylit – wirkt antibakteriell  (erhältlich bei kiwikawa) kann man außerdem natürlich als gesundes Süßungsmittel für Backwaren oder Getränke nutzen
  • evtl. einige Tropfen Kokosöl – wirkt als natürliches Antibiotikum (erhältlich im Bioladen oder bei Ombio)

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Da Zahncreme früher vorwiegend in Keramikdosen aufbewahrt wurde, wollte ich wieder dahin zurückgehen. Leider ist die Zahncreme nach nur 2 Tagen ausgetrocknet und steinhart geworden. Dann habe ich den 2. Versuch in kleine Glasbehälter mit Deckel gefüllt. Um die Zahncreme aus dem Gefäß auf die Zahnbürste zu bekommen, nutzen wir einfach kleine Holzspatel – z.B. vom Eis übriggeblieben. Die kann man wieder abwaschen. Für Kinder nutze ich das Rezept auch, allerdings war meinem Sohn die erste Zahncreme zu scharf. Also hat er jetzt eine eigene mit nur 1 Trpf. Minzöl, die ist viel milder.

eigene Zahncreme auf www.wertdernatur.de

Und nun erzähle mir von deinen Erfahrungen. Ich freu mich, von dir zu hören.

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5 Gedanken zu “selbst hergestellte Zahncreme ohne Fluorid und Sorbitol in 3 Minuten

  1. Ich stelle eine einfachere Variante her:
    Calciumcarbonat + Sicapur im Verhältnis 1:1,
    zur Desinfektion 2-4 Trpf. Teebaumöl,
    für den Geschmack paar Trpf. Minzöl oder Orangenöl.

    Ich rühre immer ca. 100 ml an und fülle in kleine Gläschen ab, die ich kühl stelle.
    Teebaumöl desinfiziert übrigens so stark, dass man sich das mit dem Spatel schenken kann – bei kleinen Gläsern gleich mit der Zahnbürste rein.

    Keine konventionelle Zahnpasta hält da mit.

  2. Hallo,
    erst heute habe ich diesen Blog entdeckt, finde ihn super!
    Ich mache seit ca. 2 Monaten einiges selbst (u.a. Duschgel, Shampoo, Spülmittel, Waschmittel).
    Ich habe folgendes Rezept für meine Zahncreme erstellt:
    8 EL Kieselerde
    3 TL Xylit
    13 EL starker Tee (Nanaminze, Salbei, Ringelblume, Beinwell)
    1 TL Glycerin (aus Mais und Soja, hinterauer shop – eine „Schatztruhe“ für uns
    „Selbstmacher“) 😉
    3 TL Vitamin B12
    2 MS Salz
    Das ergibt eine größere Menge, dadurch kann ich die Creme gut mit dem Stabmixer verrühren.
    Heute habe ich jedoch von Herrn Hinterauer erfahren, dass 2 Zahnärzte ihm empfohlen haben, auf Zahncreme, besonders mit Scheuermittel zu verzichten, nur mit Wasser zu putzen. Dabei würde mir jedoch das Frischegefühl fehlen.

    Ich will niemandem zu nahe treten. Für mich jedenfalls gilt, dass ich ALLEM aus dem Supermarkt/Drogerie und auch der Apotheke (dort gibt es z.B. sogar Vitamine nur aus dem Chemielabor!) sehr skeptisch gegenüber stehe. Für mich ist Bioqualität erste Wahl. Den Stübener Kräutergarten von Herrn Hinterauer kann ich sehr empfehlen. Es gibt dort viele wunderbare Sachen in Bioqualität und preislich wirklich sehr gut. Er bietet z.B. auch einige Vitamine an.

    Viel Freude an euch alle, die gerne hier lesen und der Umwelt zu liebe vieles selbst machen.

    • Vielen Dank, dass du die Rezepte mit uns teilst und für die Anregungen. Ich finde auch, dass alles Natürliche besser für den Körper ist, als die künstlich hergestellten Materialien. Alles Gute. VG Michaela

      • Hallo Michaela,
        danke für deine Grüße 😉
        Inzwischen habe ich die Seite eines Zahnarztes entdeckt, die sicher auch viele interessiert: http://www.mensch-und-zahn.de
        Er rät dringend davon ab, ätherische Öle zu verwenden, weil diese die gesunde Mundflora zerstören.
        Er empfiehlt gereinigte Kieselerde (dabei frage ich mich, ob die Kieselerde in den Drogerien gereinigt ist?), Heilerde oder Lavaerde zu verwenden.
        Statt ätherischer Öle eignet sich sehr gut Pfefferminzpulver (in manchen Bioläden erhältlich von der Firma Lebe pur oder evtl. getrocknete Blätter selbst fein mahlen)
        LG Irene

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